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Karatepe-Arslantaß
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top
37.29555555555636.253611111111coordinatesKoordinaten: 37° 17â€Č 44″ N, 36° 15â€Č 13″ O

Karatepe-Arslantaß, (Karatepe tĂŒrkisch „schwarzer HĂŒgel“, Arslantaß tĂŒrkisch „Löwenstein“, auch Aslantaß) luwisch ĂĄ-za-ti-wa/i-tĂ -ia-na(URBS) Azatiwataya,cite-ref-1[1] ist eine neo-hethitische RuinenstĂ€tte im Landkreis Kadirli der Provinz Osmaniye im SĂŒden der TĂŒrkei. Azatiwada, der Ende des 8. bis ins 7. Jahrhundert v. Chr. ĂŒber ein spĂ€tluwisches Kleinreich herrschte, grĂŒndete die HĂŒgelfestung mit seinem Palast an einer damals bedeutenden Fernhandelsroute. Sie lag am Fluss Ceyhan, dem antiken Pyramos, im SĂŒden des Taurusgebirges. Da keine Bauwerke nachfolgender Herrscher ausgegraben wurden, dĂŒrfte der Ort bald nach Azatiwadas Tod aufgegeben worden sein.

Die Festung ist von einer etwa einen Kilometer langen Mauer umgeben, die zum Teil im Wasser des Arslantaß-Stausees verschwunden ist. Von der Festung sind die Grundmauern einiger GebĂ€ude erhalten, darunter eines vom BĂźt-HilĂąni-Typ. Der Ort ist vor allem wegen der dort gefundenen zwei monumentalen Toranlagen mit bemerkenswerten Reliefs bekannt, die Helmuth Theodor Bossert 1946 entdeckte und die bis heute (2012) unter der Leitung von Halet Çambel (1916–2014) erforscht und restauriert werden. Sie zeigen sowohl Szenen aus dem höfischen Leben als auch mythologische und kultische Bilder. Sie sind zu großen Teilen mit zweisprachigen Texten in Luwischen Hieroglyphen und in phönizischer Schrift versehen, die Bossert als Bilingue erkannte, was maßgeblich zur Entzifferung der damals Hieroglyphen-Hethitisch genannten Schrift beitrug. Eine phönizische Version der Inschrift bedeckt zum Teil auch die ĂŒberlebensgroße Statue des Wettergottes.

Seit 2020 ist Karatepe-Arslantaß auf der Tentativliste zur Anerkennung als Weltkulturerbe gelistet.cite-ref-2[2]

Contents

‱ Lage
‱ Geschichte
‱ Festung
‱ Palast
‱ Toranlagen
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Lage

Der Palast des Azatiwada liegt auf dem KalksteinhĂŒgel Ayrıca Tepesi etwa 224 m ĂŒber dem Meeresspiegel in den AuslĂ€ufern des kilikischen Mitteltaurus, rund 135 km nordöstlich von Adana. SĂŒdlich davon beginnt die Karatepe-Bergkette. Westlich des Burgberges und des Ceyhan-Flusses fĂŒhrte die Karawanenstraße Akyol entlang, die das ebene Kilikien mit dem anatolischen Hochland verband. Sie entspricht einem Teil des antiken Straßennetzes, das von Karatepe im Norden durch den Taurus nach Zentralanatolien und im SĂŒden ĂŒber den Amanos nach SamÊŒal (heute Zincirli) verlief. Der heutige Arslantaß-Stausee ĂŒberflutete das Flussbett und Teile der Festungsmauern. Am gegenĂŒberliegenden Ufer des Ceyhan liegt ein weiterer befestigter HĂŒgel, der Domuztepe. Von dort stammt vermutlich ein Teil des Basalts, der fĂŒr die Reliefs am Karatepe-Arslantaß verwendet wurde. Bahadır Alkım hat dort bei seinen Grabungen Abbauspuren gefunden.cite-ref-3[3]

Geschichte

Das spĂ€tere Kilikien, das etwa dem hethitischen Kizzuwatna entsprach, bestand am Anfang des ersten vorchristlichen Jahrtausends aus den Königreichen Qu'e und Hilakku. Qu'e entsprach ungefĂ€hr Kilikia Pedias, dem ebenen Kilikien und Hilakku, das spĂ€ter namensgebend fĂŒr das ganze Kilikien war, entsprach Kilikia Tracheia, dem rauen Kilikien. Zu Qu'e gehörte auch die Region des heutigen Adana, wo die fĂŒr die Stadt namensgebenden DanunĂ€er ansĂ€ssig waren. Zwischen 738 und 732 v. Chr. regierte in Qu'e König Awariku. Er war dem assyrischen Herrscher Tiglat-Pileser III. tributpflichtig, in dessen Tributlisten taucht er unter dem Namen Urikki auf. Awarikus Statthalter war der in Karatepe residierende Azatiwada. Damit kann davon ausgegangen werden, dass dieser in der Regierungszeit des Awariku eingesetzt wurde und die Festung errichtete. Da er in der Inschrift beschreibt, dass er die Nachkommen Awarikus in Adana inthronisiert habe, muss fĂŒr die Entstehung der Inschrift ein Datum nach dem Tod Awarikus (nach 709 v. Chr.) angenommen werden.cite-ref-4[4]

Von einigen Forschern wird Azatiwada gleichgesetzt mit Sanduarri,cite-ref-5[5] dem König von Kundi (wahrscheinlich Anazarbos) und Sissu (Kozan), beide nördlich der Ebene von Adana. Sanduarri verbĂŒndete sich im 7. Jahrhundert v. Chr. mit der phönizischen Stadt Sidon gegen Assyrien, wurde aber von Asarhaddon gefangen genommen und enthauptet. Diese Gleichsetzung wĂŒrde zu der von Albrecht Götze beschriebenen luwischen Einwanderung nach Kilikien gegen Ende der assyrischen Herrschaft passen sowie zur Anwesenheit der Phönizier in dem Gebiet.cite-ref-burney-6-0[6]cite-ref-winter-7-0[7] WĂ€hrend jedoch Goetze und andere eine frĂŒhere Datierung ins 9. Jahrhundert in die Zeit von Shalmaneser III. vorschlagen, ordnet die amerikanische ArchĂ€ologin Irene J. Winter die Reliefs nach einer stilistischen Analyse in eine spĂ€tere Zeit ein, schließt fĂŒr die Erbauung der Befestigung jedoch das 9. Jahrhundert nicht aus.cite-ref-winter-7-1[7] FĂŒr das Ende der Burg, möglicherweise ihre Zerstörung im Rahmen der FeldzĂŒge des Asarhaddon nach Hilakku (Kilikien), wird allgemein das 7. Jahrhundert angenommen.cite-ref-8[8] Spuren von Nachfolgebauten sind nicht gefunden worden, einige wesentlich spĂ€ter zu datierende MauerzĂŒge im Nordwestbereich der Festung stammen aus byzantinischer Zeit.

Neuere Forschungen schließen eine Datierung Azatiwadas nach 727 v. Chr. jedoch aus und deuten auf eine Datierung seiner BautĂ€tigkeit in die Zeit um 750 v. Chr. hin.cite-ref-9[9]

Forschungsgeschichte

Karatepe wurde 1946 von dem deutschen ArchĂ€ologen Helmuth Theodor Bossert entdeckt, nachdem unter anderen der örtliche Lehrer Ekrem Kußcu Hinweise auf einen Löwenstein gegeben hatte. Im Auftrag der UniversitĂ€t Istanbul erforschte er das GelĂ€nde gemeinsam mit Halet Çambel und Bahadır Alkım, der fĂŒr die TĂŒrkische Geschichtsgesellschaft arbeitete. Dabei wurden die Toranlagen freigelegt und die Bilingue von Karatepe gefunden, eine zweisprachige Inschrift in Phönizisch und Hieroglyphen-Luwisch. Da der phönizische Teil lesbar war, trug dieser Fund wesentlich zur Entzifferung der damals noch Hieroglyphen-Hethitisch genannten Schrift bei. In den Jahren bis Anfang der 1950er grub Alkım auch am Domuztepe und erforschte das von Karatepe-Arslantaß ĂŒber den Taurus nach Zentralanatolien und ĂŒber das Amanosgebirge nach SamÊŒal (heute Zincirli) fĂŒhrende Straßennetz. Ab 1952 standen die Grabungsarbeiten unter der Leitung von Halet Çambel, wĂ€hrend Bossert in Mopsuestia, dem heutigen Yakapınar, nach der im Text Pahri genannten Hauptstadt des Asitawatas suchte. Bis 1957 wurden Restaurierungsarbeiten an den Toranlagen sowie unter der Leitung von Bahadır Alkım weitere Ausgrabungen in einigen Bereichen der Befestigung vorgenommen. In den spĂ€ten 1950er-Jahren wurden die Toranlagen durch DĂ€cher geschĂŒtzt, 1958 wurde der Karatepe-Aslantaß-Nationalpark gegrĂŒndet. In den 1980er-Jahren waren wegen des Baus des Arslantaß-Staudamms Rettungsgrabungen am Domuztepe nötig, die von Mehmet Özdoğan 1983/84 durchgefĂŒhrt wurden. WĂ€hrend die Restaurierungsarbeiten an den Toren weiterliefen, wurden 1997 unter der Leitung von Martina Sicker-Akman vom Deutschen ArchĂ€ologischen Institut Istanbul in Zusammenarbeit mit Halet Çambel die Arbeiten an der Festungsarchitektur wieder aufgenommen.cite-ref-10[10]

1962 besuchte Paolo Matthiae, damals Mitarbeiter der italienischen Grabung am Arslantepe den Karatepe in Abwesenheit der Ausgrabungsmannschaft, fertigte Fotografien an und veröffentlichte an seiner UniversitĂ€t die unautorisierte Schrift Studi sui Rilievi di Karatepe. Nach scharfen Protesten von Seiten verschiedener Institutionen zog die UniversitĂ€t die Veröffentlichung zurĂŒck. Daraufhin wurde auf dem GelĂ€nde ein striktes Fotografierverbot erlassen. FĂŒr die Publikation ĂŒber die Bildwerke des Karatepe, die Halet Çambel und Aslı Özyar 2003 veröffentlichten, wurden die Reliefs von Dieter Johannes, dem damaligen Fotografen des Deutschen ArchĂ€ologischen Instituts in Istanbul, neu aufgenommen und danach das Fotografierverbot aufgehoben.cite-ref-11[11]

Das GelĂ€nde ist heute als Freilichtmuseum dem ArchĂ€ologischen Museum Adana angegliedert und wurde bis zu ihrem Tod 2014 von Halet Çambel geleitet.cite-ref-12[12]

Festung

Ein zweigeteilter Mauerring umgibt den Burgberg, auf dem der Palast stand, wobei der westliche und östliche Teil des Systems nicht miteinander verbunden sind. Der Durchmesser der Befestigung betrĂ€gt in Nord-SĂŒd-Richtung etwa 375 Meter, in West-Ost-Richtung 195 Meter, der Umfang liegt bei etwa einem Kilometer. Die Mauern sind im Schnitt etwa vier Meter stark und verfĂŒgten ĂŒber 28 TĂŒrme und fĂŒnf TortĂŒrme. Teile der Ă€ußeren Befestigung im Osten sind heute vom Stausee ĂŒberflutet. Die Errichtung der Mauern auf dem gewachsenen, zerklĂŒfteten Felsen erforderte teilweise eine UnterfĂŒtterung von Felsspalten, oder das Abtragen von Felspartien. Vor allem im steilen zum Fluss hin gelegenen Ostteil der Anlage bestand die Gefahr einer UnterspĂŒlung des Mauerwerks durch abfließendes Regenwasser. Deshalb wurde im gesamten Bereich der Festung ein komplexes EntwĂ€sserungssystem eingerichtet, dessen KanĂ€le sich unter Mauern und GebĂ€uden durchziehen. Eine Vormauer an der steilen Ostseite des Berges schĂŒtzte den Zugang zum Fluss, womit die Wasserversorgung gewĂ€hrleistet wurde.cite-ref-sicker-akman49-13-0[13] Der Zugang erfolgt durch zwei monumentale Toranlagen im Norden und SĂŒden. Die Mauerreste nordwestlich und sĂŒdöstlich des oberen, sĂŒdlichen Tores werden als Kasernen beziehungsweise als Depot gedeutet. Ein daran anschließender Raum in unmittelbarer Nachbarschaft zum SĂŒdtor ist mit Felsbearbeitungen wie NĂ€pfchen und Schalenfelsen ausgestattet. Dieses und die NĂ€he zum Standbild des Wettergottes lassen möglicherweise auf eine kultische Funktion des Raumes schließen.cite-ref-sicker-akman49-13-1[13] Weiter nördlich liegen Reste eines allgemein als Palast interpretierten GebĂ€udes. Im nördlichsten Areal des ummauerten Bereichs liegt ein weiterer GebĂ€udekomplex, dessen Funktion nicht bekannt ist.

Palast

Der als Palast bezeichnete GebĂ€udekomplex liegt an der höchsten Stelle des HĂŒgels und misst 45 Meter in West-Ost- und 65 Meter in Nord-SĂŒd-Richtung. Erhalten sind lediglich 40 Zentimeter ĂŒber den gewachsenen Fels reichende Reste der Grundmauern. Um einen Hof von 22 × 30 Metern gruppieren sich in unregelmĂ€ĂŸiger Anordnung eine Anzahl RĂ€ume. Nördlich des Hofes liegt ein nach SĂŒden offener Raum, dessen Eingangsöffnung von zwei Basaltblöcken flankiert wird. Bahadır Alkım sieht darin SĂ€ulensockel und erkennt damit in der Anordnung der nördlichen Bauelemente den Grundriss eines BĂźt HilĂąni, eines im gesamten Nahen Osten und in Kleinasien verbreiteten GebĂ€udetyps, der aus mehreren kleinen RĂ€umen besteht, die um einen offenen, breiten Eingang gruppiert sind, der von SĂ€ulen eingerahmt wird.

Aufgrund von teilweisen Überbauungen und leichten Abweichungen in der Ausrichtung lĂ€sst sich erkennen, dass der Komplex in mindestens vier Bauphasen errichtet wurde. Von der ersten Phase sind lediglich eine Treppe und wenige Mauerreste westlich des PalastgebĂ€udes erhalten. Sie ist in den anstehenden Fels gearbeitet und durch jĂŒngere Mauern im Osten ĂŒberbaut. Ein spĂ€terer Kanal aus Phase 2 ist als Rinne in die Treppe eingeschlagen.

Zur zweiten Bauphase gehören die RĂ€ume, die im Norden das BĂźt HilĂąni bilden. Rechts und links der mit SĂ€ulen eingefassten 12,5 Meter breiten Vorhalle liegen zwei quadratische Gebilde, möglicherweise TĂŒrme. Dahinter folgt der Hauptraum in gleicher Breite und 7,5 Metern Tiefe, daneben im Osten ein lĂ€nglicher Raum und im Westen eine Gruppe von vier nebeneinanderliegenden und drei davor angeordneten RĂ€umen. Von der Mitte des HilĂąnis aus wird der Bau ĂŒber KanĂ€le nach Osten aus dem GebĂ€ude heraus und nach Westen durch die anderen RĂ€ume entwĂ€ssert. Die KanĂ€le liegen unterhalb des Fußbodenniveaus und messen 20 bis 30 Zentimeter in der Breite, sie sind von 10 bis 30 Zentimeter hohen Randsteinen eingefasst.

In Phase 3 wurde der BĂźt HilĂąni umgebaut, wobei die vorhandenen Mauern zum Teil ĂŒberbaut wurden. Der Hauptraum wurde um die seitlich angrenzenden Teile erweitert. Die Basaltbasen im Vorraum entstanden wahrscheinlich erst in dieser Phase, im westlichen Anschlussraum an den Hauptraum wurden ebenfalls Basaltsockel gefunden. Im SĂŒden kamen zwei GebĂ€udeflĂŒgel hinzu sowie eine Mauer im Osten, wodurch jetzt der Hof als zentrales Element zustande kam. Durch einen langen Raum und mehrere kleine im Westen schließt dieser sĂŒdliche Teil an das HilĂąni im Norden an, wobei die Ausrichtung leicht gegeneinander versetzt ist. Die KanĂ€le aus Phase 2 sind durch die neuen Mauern teilweise gestört, was darauf hinweist, dass sie in dieser Zeit nicht mehr genutzt wurden. Neue KanĂ€le fĂŒhren durch die sĂŒdwestlichen RĂ€umlichkeiten nach außen und weiter unter einem gepflasterten Weg. Von der Pflasterung des Hofes sind an einigen Stellen Reste erhalten.

In Phase 4 wurde das HilĂąni auf der ganzen Breite nochmals nach Norden erweitert, wobei Lagen aus verstĂŒrztem Mauerwerk ĂŒberbaut wurden. Hier zeigen sich deutlich unterschiedliche Mauertechniken. WĂ€hrend die Mauern bis Phase 3 kleinsteinig errichtet sind, wurde bei Phase 4 ein grĂ¶ĂŸeres, polygonales Mauerwerk verwendet.

Einige Reste von Mauern im nordwestlichen Bereich, die ĂŒber die vorhandenen hinweg gebaut sind, ohne auf vorhandene Niveauunterschiede von bis zu einem Meter RĂŒcksicht zu nehmen, deuten auf eine BautĂ€tigkeit in wesentlich spĂ€terer, möglicherweise byzantinischer Zeit hin. Bei Kumkale, flussaufwĂ€rts, liegt ein byzantinischer StĂŒtzpunkt, der wohl auch die bereits von Alkım gefundenen vereinzelten byzantinischen Scherben erklĂ€rt.

Marina Sicker-Akman, die seit den 1990er-Jahren die Architektur auf dem Karatepe untersucht, fasst zusammen, dass sich in den Bauwerken die hethitische Bautradition mit dem Element des BĂźt HilĂąni und dem Hof ebenso widerspiegelt wie nordsyrische, aramĂ€ische EinflĂŒsse. Die von Alkım vermuteten HolzsĂ€ulen könnten auf Kontakt zur kretischen Kultur hinweisen.cite-ref-sicker-akman50-14-0[14]cite-ref-sicker-akman49-13-2[13]

Toranlagen

Den Zugang zur Burg bildeten zwei Toranlagen im Nordosten und SĂŒdwesten der Umfassungsmauer, einfachheitshalber als Nordtor und SĂŒdtor bezeichnet. Zu diesen fĂŒhrten Rampen, die dem natĂŒrlichen GelĂ€ndeverlauf folgten. Die Tore waren durch in die Burgmauer eingebundene vorgelagerte beziehungsweise flankierende TĂŒrme geschĂŒtzt. Die Rampen fĂŒhrten zunĂ€chst in einen ĂŒberdachten Vorhof, an den sich nach innen ein Tor aus zwei hölzernen FlĂŒgeln anschloss. Davon sind noch die Schwellen sowie an beiden Seiten TĂŒrangelsteine erhalten. Dahinter folgten rechts und links je eine Kammer. Die WĂ€nde waren im Sockelbereich aus Bruchsteinen mit Lehmmörtel, darĂŒber mit ungebrannten Lehmziegeln ausgefĂŒhrt, wobei von letzteren nur geringe Reste erhalten sind. Innen waren sie mit Orthostaten ausgestattet, die Reliefs und Beschriftungen trugen. Sie stehen auf Basaltsockeln, die großenteils ebenfalls beschriftet sind. Zwischen Sockeln und Orthostaten sowie darĂŒber, zum aufgehenden Bruchsteinmauerwerk hin, waren Holzbalken eingelassen. Die Beschriftungen in luwischer und phönizischer Schrift und Sprache, die zum Teil ganze Orthostaten bedecken, aber auch auf Sockeln, Reliefs und den Torlöwen zu finden sind, bilden die Bilingue von Karatepe. Hinter dem SĂŒdtor befand sich ein heiliger Bezirk, in dem die Statue des Wettergottes stand, die jetzt links hinter dem Tor aufgestellt ist. Auch die Statue ist TrĂ€ger einer Version des phönizischen Teils der Bilingue.cite-ref-15[15]

Die Reliefs, einschließlich der Portallöwen und -sphingen, werden nach Çambel mit einer Kombination von zwei Groß- und einem Kleinbuchstaben sowie einer Ziffer bezeichnet. Dabei steht der erste Großbuchstabe ‚S‘ oder ‚N‘ fĂŒr SĂŒd- oder Nordtor, der zweite ‚V‘ oder ‚K‘ fĂŒr Vorhof oder Kammer, der dritte, kleine Buchstabe ‚r‘ oder ‚l‘ fĂŒr rechts oder links. Die Ziffern folgen einer durchlaufenden Nummerierung von der Außenseite der Tore nach innen. Die Inschriften werden Ho und Pho fĂŒr Hieroglyphen beziehungsweise Phönizisch am oberen SĂŒdtor oder entsprechend Hu und Phu am unteren Nordtor benannt.

Die Bildwerke sind zum Teil unvollendet. Die Szenen wurden zunĂ€chst in den Stein eingeritzt, danach wurde der Stein mit wahrscheinlich eisernen Meißeln abgetragen. An Unterschieden in Technik und Stil ist erkennbar, dass mindestens zwei verschiedene Steinmetzen an den Darstellungen gearbeitet haben.cite-ref-burney-6-1[6] Die Höhe der Orthostaten liegt, soweit sie vollstĂ€ndig erhalten sind, zwischen 1,41 und 1,10 Metern, die Breite reicht von 1,77 Metern beim Portallöwen NVr 1 bis zu etwas ĂŒber 20 Zentimetern bei bildlosen Bindersteinen.

Nordtor

Vorhof rechts

Die Bildwerke am Vorhof des Nordtors beginnen rechts mit einem Portallöwen NVr 1. Er besteht aus vier Fragmenten, von denen der Kopf 100 Meter entfernt im Wald gefunden wurde. Vorderbeine und Kopf sind plastisch, der Körper als Relief ausgefĂŒhrt.cite-ref-16[16] Auf dem RĂŒcken sowie auf einem eingesetzten Keilstein, der als Auflage des aufgehenden Mauerwerks diente, sind Teile der luwischen Inschrift Hu 8 angebracht. Es folgt als NVr 2 ein Abbild des ursprĂŒnglich Ă€gyptischen Gottes Bes. Er trĂ€gt eine siebenteilige Federkrone, Gesicht und Körper sind von tiefen Falten durchzogen. Er hat einen stilisierten Schnurr- und Kinnbart, der ĂŒber die Brust herabhĂ€ngt. Unterhalb des Körpers sind ein Phallus und dahinter ein herabhĂ€ngender Schwanz zu sehen. Auf seinen Schultern sitzen zwei Affen, die die Hand zum Mund fĂŒhren. Der Kopf der Figur ist im VerhĂ€ltnis zum Körper erheblich zu groß, was aber zu der fĂŒr Bes typischen zwergenhaften Darstellung passt. Die fĂŒr Bes-Darstellungen charakteristische frontale, stark symmetrische Ansicht und die großen Augen mit einem durchdringend anmutenden Blick deuten möglicherweise auf eine Abschreckungs- oder Schutzfunktion hin. Dazu passt sowohl die Lage direkt hinter dem Portallöwen, als auch die eines weiteren Bes hinter der Portalsphinx zur rechten Kammer. Der folgende, schmale Orthostat NVr 3 trĂ€gt den Abschnitt Hu 9 des Textes, der in kleinen Teilen auf die rechts und links benachbarten Bildwerke ĂŒbergreift.

Auf NVr 4 schließt sich die Abbildung eines BogenschĂŒtzen, wahrscheinlich eines JĂ€gers oder Jagdgottes, mit einem BĂ€ren an. Der links stehende, nach rechts gerichtete Mann hĂ€lt in der linken Hand den Bogen, in der rechten drei Pfeile, ĂŒber der Schulter ist ein Köcher sichtbar. Die Kleidung mit hoher MĂŒtze, Wickelrock und kurzĂ€rmligem Hemd taucht auch bei einigen anderen Personen auf. Vor ihm steht ein aufgerichteter BĂ€r mit vorgestreckten Tatzen. Die menschliche Gestalt ist etwa doppelt so groß wie das Tier, was wohl auf Überlegenheit hindeuten soll. Der nĂ€chste Bildstein NVr 5 ist etwa im VerhĂ€ltnis 1:3 horizontal aufgeteilt. Der obere, kleinere Teil zeigt zwei Raubvögel, vermutlich Geier, die sich ĂŒber ein ziegenartiges totes Tier beugen, das alle viere von sich streckt. Im unteren Feld ist in der Mitte eine Person zu sehen, die mit zwei Löwen kĂ€mpft. Diese stehen aufrecht zu beiden Seiten und schlagen je eine Vorderpranke in seine Schultern, wĂ€hrend er mit beiden HĂ€nden ihre andere Pranke hĂ€lt. Dieses Motiv des mit Löwen kĂ€mpfenden Helden ist bereits seit dem 4. Jahrtausend aus mesopotamischen Darstellungen bekannt. Die Szene der beiden Geier mit Ziege in der Mitte taucht unter anderem auf Siegeln vom Tell Zubeidi im Irak und auf einem goldenen Becher aus Marlik im Iran auf.

Nach einem schmalen Stein ohne Abbildung (NVr 6), der nur als ZwischenstĂŒck dient, folgt auf NVr 7 eine weitere Löwenjagdszene, wobei der KĂ€mpfer diesmal, erkennbar an der die Platte ausfĂŒllenden GrĂ¶ĂŸe, ein allerdings nicht genau zu identifizierender Gott ist. Er steht links, bekleidet mit runder Kappe, kurzĂ€rmligem Hemd und Wickelrock mit GĂŒrtel. In der Rechten hĂ€lt er einen Speer, mit dem er auf den vor ihm aufrecht stehenden, nur halb so großen Löwen zielt. Über dem Löwen und vor dem Gesicht des SpeertrĂ€gers ist, ohne erkennbaren Zusammenhang, ein Raubvogel, wohl ein Habicht, abgebildet, der einen Hasen geschlagen hat. Das Gefieder auf der Brust und den erhobenen FlĂŒgeln ist gut zu erkennen.

Der nĂ€chste Orthostat mit der Nummer NVr 8 zeigt eine Göttin, die neben einer Palme stehend einen Knaben stillt. Sie steht rechts in einem chitonartigen Gewand und bietet dem kleineren Knaben die Brust. Dieser steht links, etwas höher als die Mutter, und hat den Kopf zum Trinken zurĂŒckgelegt. Beide haben jeweils einen Arm um den anderen gelegt. Am linken Bildrand steht leicht nach rechts geneigt eine Palme mit kreuzschraffiertem Stamm und herabhĂ€ngenden Dattelrispen. Ob ihr eine Bedeutung, etwa als Fruchtbarkeitssymbol, zukommt, oder ob sie lediglich dem optischen Gleichgewicht der Darstellung dient, ist ebenso wie bei dem Vogel in NVr 7 nicht zu entscheiden. Über die IdentitĂ€t der Figuren kann nur spekuliert werden. Dass die große Figur eine Göttin darstellt, scheint gesichert, der Knabe kann ebenfalls ein Gott sein oder der Herrscher. Die schĂŒtzende Umarmung durch einen Gott ist aus hethitischen Darstellungen auf Siegeln oder aus Yazılıkaya (Tudhalija IV. und Ć arruma) bekannt,cite-ref-17[17] das Motiv der stillenden Göttin hat möglicherweise seinen Ursprung in Ägypten, wo es hĂ€ufig auftaucht und von wo es ĂŒber phönizische Handwerker nach Kilikien gekommen sein könnte. Halet Çambel schlĂ€gt als weitere Möglichkeit die Deutung als das hurritisch-hethitisch-luwische Mutter-Sohn-Paar ážȘebat und Ć arruma vor.

Auf dem anschließenden Stein NVr 9 ist ein geflĂŒgelter, vogelköpfiger Schutzgeist (Genius) abgebildet. Seine HĂ€nde sind erhoben und tragen eine FlĂŒgelsonne. Der Kopf ist der eines Raubvogels mit gekrĂŒmmtem Schnabel, der menschliche Körper ist Ă€hnlich den mĂ€nnlichen Figuren gekleidet. Von den beiden FlĂŒgelpaaren, die ihm aus den Seiten wachsen, hĂ€lt er eines nach oben und eines nach unten. Ähnliche geflĂŒgelte Mischwesen finden sich auf dem Tell Halaf. Die geflĂŒgelte Sonne ist aus hethitischen Darstellungen als Merkmal eines Gottes zum Beispiel aus Eflatun Pınar bekanntcite-ref-18[18] oder als Herrschersymbol von den Königskartuschen in Yazılıkaya.cite-ref-19[19] Links zwischen den FlĂŒgeln sind Hieroglyphen eingemeißelt, die zu der Inschrift Hu 11 auf dem benachbarten, nur 21 Zentimeter breiten Orthostaten NVr 10 gehören. Das Relief NVr 11 zeigt einen nach links schreitenden Gott, der ĂŒber den Schultern eine Ziege trĂ€gt. Er hĂ€lt das Tier mit beiden HĂ€nden an Vorder- und Hinterbeinen, außerdem in der rechten Hand einen Streitkolben. An einem von der Schulter hĂ€ngenden Riemen ist ein Kurzschwert befestigt. Er trĂ€gt die ĂŒbliche MĂ€nnerkleidung einschließlich einer runden MĂŒtze mit hochgeklapptem Ohrenschutz, auffĂ€llig sind die kurzen Stiefel, bei denen Details von Zunge, Schaft und VerschnĂŒrungen zu erkennen sind. Der Streitkolben, zu dem vergleichbare Exemplare in Zincirli, aber auch auf Samoscite-ref-20[20] gefunden wurden, sowie die im spĂ€thethitischen Bereich ungewöhnliche AufhĂ€ngung des Schwertes weisen auf Verbindungen Kilikiens zur westlichen Welt hin. Die Deutung dieser Figur ist unklar, vergleichbare Darstellungen sind zahlreich zu finden, beispielsweise in KarkemiĆĄcite-ref-21[21] in einem Zug von OpfertrĂ€gern, aber auch als Einzelpersonen im Verbund mit Göttern und Mischwesen, wobei ihre Funktion nicht erschlossen ist. Auch hier sind beidseitig des Körpers Teile der Inschrift Hu 11 zu sehen. Bei NVr 12 handelt es sich um ein unvollendetes StĂŒck, das wahrscheinlich wĂ€hrend der Bearbeitung zerbrochen ist und aufgegeben wurde. Es ist auf dem Kopf stehend als Binder zwischen NVr 11 und der versetzt stehenden Sphinx NVr 13 eingefĂŒgt. Es zeigt eine Figur mit Capriden und Vögeln, die ebenfalls die ganze Reliefhöhe einnimmt.

Die Portalsphinx NVr 13 steht um eine SteinstĂ€rke versetzt. Der menschliche Kopf, der abgebrochen war und danebenliegend gefunden wurde, ist vollplastisch, der Löwenkörper als Halbrelief ausgefĂŒhrt. Die Augen aus weißem Kalk sind eingesetzt und mit Blei befestigt, die Pupillen fehlen. Sie ist mit einem Umhang ĂŒber den Schultern bekleidet, der fischgrĂ€tenartig gemustert ist und unten mit einem dreifachen Saum abschließt. An den Schultern ist ein besonders verzierter Besatz des Umhangs zu erkennen. Dahinter wachsen zwei Paar FlĂŒgel, von denen nur jeweils einer zu sehen ist. Sie schreitet nach rechts, der hochgehaltene Schwanz endet in einem Schlangenkopf. Körper, Hinterbeine und der Hintergrund der Darstellung tragen die luwische Inschrift Hu 11.

Vorhof links

Da auf der linken Seite die Zusammenstellung der Reliefs durch den Inschriftenblock Phu A III–I auf den Orthostaten NVl 3–5 unterbrochen ist, wurden einige Bildwerke hier waagrecht geteilt, um auf fĂŒnf Steinen ebenfalls sieben Bilder unterzubringen. Nachdem einer davon (NVl 11) zerbrach, wurde als Ersatz das Bildnis NVl 0 außerhalb der Reihe, links vom Portallöwen aufgestellt. Vermutlich als Einleitung zur folgenden Reihe wurde es ebenfalls horizontal in zwei Zonen geteilt, allerdings mit fast identischen Abbildungen. NVl 0 wurde nicht in situ gefunden, konnte aber aufgrund des genau passenden Anschlusses an der jetzigen Stelle lokalisiert und wieder aufgestellt werden.cite-ref-22[22] Es zeigt in beiden Bildern jeweils zwei Krieger mit Raupenhelmen auf dem Kopf und Lanzen und Schilden in den HĂ€nden. Zwischen beiden ist in der oberen Zone ein etwas kleinerer Mensch mit abgespreizten Armen und Spitzhelm zu sehen, nach dem beide mit ihrer Lanze stoßen. In der unteren Zone sieht man an gleicher Stelle einen Hasen, darĂŒber eine Palmette. Letztere hat möglicherweise nur die Funktion, den leeren Raum auszufĂŒllen. Çambel schlĂ€gt zwei Deutungsmöglichkeiten vor: Entweder stellen die beiden antithetischen (einander gegenĂŒberstehenden) Krieger einheimische Soldaten, erkennbar am Raupenhelm, dar, die einen Feind, vielleicht Assyrer (Spitzhelm),cite-ref-23[23] schlagen, der mit einem Hasen verglichen wird, oder der mittlere Krieger versucht, einen Streit zwischen den beiden Ă€ußeren zu schlichten.

Die eigentliche Reihe der Reliefs beginnt mit dem Portallöwen NVl 1. Er bildet das GegenstĂŒck zu NVr 1, war aber ursprĂŒnglich grĂ¶ĂŸer geplant, was an der doppelten RĂŒcken-Schwanz-Linie zu erkennen ist. Er trĂ€gt auf dem Körper sowie dem Sockel die phönizische Inschrift Phu A IV. Torlöwen sind in Anatolien zahlreich bekannt, mindestens seit dem 18. Jahrhundert v. Chr. durch einen Fund aus KaneĆĄ.cite-ref-24[24] Der Orthostat NVl 2 ist durch ein Palmettband horizontal in zwei HĂ€lften geteilt. Auf der linken Seite ist ein bogenförmiges StĂŒck ausgeschnitten, entsprechend der ursprĂŒnglichen Schwanzlinie des verkleinerten Portallöwen. Im oberen Bild ist ein Reiter zwischen zwei Knechten zu sehen. Er sitzt seitlich auf einem Gestell, das einem Packsattel Ă€hnelt, und hĂ€lt sich mit einer Hand an einer aufragenden StĂŒtze fest, wĂ€hrend die FĂŒĂŸe auf einem Brett ruhen. Der rechte Pferdeknecht fĂŒhrt das Pferd an einer Schlinge, der linke treibt es mit der Hand an. Über dem Pferd fĂŒllt wieder ein Palmettenbaum den leeren Raum. Durch Vergleiche der Sattelkonstruktion mit assyrischen Darstellungen sieht Çambel den Reitenden als Herrscher an. Im unteren Bild wird ein Löwe von zwei Kriegern bezwungen. Der linke KĂ€mpfer wehrt das in der Mitte stehende, aufrecht nach links gewandte Tier mit einer Hand ab und stĂ¶ĂŸt ihm mit der anderen das Kurzschwert in den Körper. Der zweite Krieger kommt von rechts zu Pferd und greift den Löwen von hinten mit einer Lanze an.

Die drei folgenden Steinblöcke NVl 3 bis NVl 6, von denen NVl 5 ein nur 24 Zentimeter schmales VerbindungsstĂŒck ist, tragen die Inschriftenteile Phu A III bis Phu A I, wobei einige ausgelassene Buchstaben auf dem nebenstehenden NVl 2 in der rechten oberen Ecke ĂŒber dem Kopf des Knechts nachgetragen sind. NVl 7 ist wiederum halbiert, diesmal nur durch eine waagrechte Linie. Im oberen Bereich halten zwei gegenĂŒberstehende Frauen mit je einer Hand einen Ring, zwischen ihnen schlĂ€gt eine kleinere Frau eine Rahmentrommel. Alle drei tragen wadenlange Wickelröcke und Hauben, die im Nackenbereich das volle Haar umschließen. Unten sind zwei Musiker abgebildet, links ein Leierspieler, rechts ein Aulet, dazwischen zwei TĂ€nzer, der linke mit angewinkelten Beinen im Sprung, rechts davon ein kleinerer. Rahmentrommel, Leier und Aulos gehören zu den Ă€ltesten bekannten Musikinstrumenten des Alten Orients. Die Leier, hier eine Art Rundbodenleier mit unten abgeflachten Resonanzkasten, war sowohl nach bildlichen als auch schriftlichen Zeugnissen bei den Hethitern das meistgespielte Instrument. Auch in spĂ€thethitischen Reliefs ist sie vielfach nachgewiesen. Ein Aulos wurde bereits in Ur von Leonard Woolley gefunden,cite-ref-25[25] in spĂ€thethitischer Zeit ist er, beispielsweise aus KarkemiĆĄ, ebenso bekannt wie aus Assyrien. Zum ersten Mal taucht hier eine Mundbinde, Phorbeia genannt, auf, ein Lederriemen, der mit ein oder zwei um den Kopf laufenden BĂ€ndern am Mund des BlĂ€sers festgehalten wurde und wohl unter anderem der Erschlaffung der Wangenmuskeln vorbeugen sollte.cite-ref-26[26] Die Rahmentrommel war in Mesopotamien mindestens seit Ende des 3. Jahrtausends v. Chr. in Gebrauch. FĂŒr Anatolien sind aus hethitischer Zeit verschiedene Membranophone schriftlich belegt, bildliche Darstellungen gibt es erst aus der spĂ€thethitischen Phase. Die beiden Szenen werden als zu einem Ereignis gehörig gedeutet, vermutlich zu einem kultischen Fest mit Musik und Tanz, laut Çambel möglicherweise mit einem Wettstreit zwischen Leier- und Aulosspieler verbunden, vergleichbar dem griechischen Agon. Der Ring, den die beiden oberen Frauen halten, wĂ€re dann eine Art Siegerkranz.

Auf dem folgenden Relief NVl 8 sieht man einen nach links blickenden Krieger, der GrĂ¶ĂŸe nach ein Gott, der in der rechten Hand eine auf den Boden gestĂŒtzte Lanze hĂ€lt, in der linken eine Keule. Vor dem Oberkörper trĂ€gt er ein Kurzschwert an einem Halteriemen, vergleichbar den Reliefs NVr 11, NVr 12, NVl 2 und NKl 6. Die Bekleidung besteht aus der konischen Kappe mit hochgestellten Ohrenklappen, einem kurzĂ€rmligen Hemd und einem kurzen Wickelrock, dessen rautenförmiges Muster demjenigen des Genius von NVr 9 Ă€hnelt. Im 2. Jahrtausend v. Chr. sind zahlreiche hethitische Herrscher mit kurzem Wickelrock und Ă€hnlicher Bewaffnung dargestellt, beispielsweise in Hanyeri, Hemite, Karabel, auch Ć uppiluliuma II. in Kammer II in ážȘattuĆĄa. Da jedoch im 1. Jahrtausend die Selbstdarstellung der Herrscher immer in langen GewĂ€ndern stattfand,cite-ref-27[27] schließt Çambel hier auf einen verstorbenen, vergöttlichten Regenten. Auf dieses Relief folgt ein 23 Zentimeter schmales BinderstĂŒck.

Mit der Nummer NVl 10 schließt sich ein zwei- beziehungsweise sogar dreigeteiltes Relief ohne trennende Markierungen an. Über einem Band aus LotosblĂŒten und -knospen sind zwei Stiere zu sehen, die sich mit gesenktem Kopf gegenĂŒberstehen. Dazwischen stellt ein Dreieck vermutlich einen Berg dar. Die oberste Szene, die etwa die HĂ€lfte der Höhe einnimmt, zeigt eine Hirschjagd. Hirsch und Mensch bewegen sich nach rechts, der JĂ€ger hat in der Linken einen gespannten Bogen, die Rechte greift nach hinten, um einen Pfeil aus dem Köcher zu ziehen. Der Hirsch hat bereits einen Pfeil im RĂŒcken stecken und dreht sich nach dem JĂ€ger um. Er hat ein hohes Geweih. Die Hirschjagd ist, wie auch zum Beispiel die Löwenjagd, ein hĂ€ufiges Bildmotiv in Anatolien, Beispiele stammen unter anderem aus Alaca HöyĂŒkcite-ref-28[28], Zincirlicite-ref-29[29], KarkemiĆĄcite-ref-30[30] und Tell Halaf.cite-ref-31[31] Die antithetischen Stiere betonen laut Çambel den kultischen Charakter der Hirschjagd. Das Lotosband, als Bilddarstellung Ă€gyptischen Ursprungs, ist als ornamentale Form von Phöniziern, Assyrern, Persern und Griechen ĂŒbernommen worden.

Den Abschluss der linken Reihe des Vorhofs bildet die Sphinx NVl 12. Der Kopf wurde davorliegend gefunden. Sie entspricht der gegenĂŒberstehenden NVr 13, ist aber qualitativ schlechter ausgefĂŒhrt. Die Kanten sind nicht abgerundet, das Muster des Umhangs und der FlĂŒgel ist gröber. Dahinter liegt als LĂ€ufer das Relief NVl 11, das gebrochene Original zu NVl 0.

Zwischen den beiden Sphingen verlĂ€uft ĂŒber die Breite des Vorhofs eine vier Meter lange Schwelle, gefolgt von einem vier Meter langen und ebenso breiten Gang. Daran schließen sich rechts und links, wiederum ĂŒber eine Schwelle, die beiden Torkammern an.

Rechte Torkammer

Die beiden Kammern werden jeweils von einer Sphinx und einem Löwen flankiert. Allerdings sind die Portalsphingen NKr 1 und NKl 1, nicht wie NVl 12 und NVr 13 halbplastisch, sondern als Flachrelief ausgefĂŒhrt. Auch diese Sphinx hat einen schraffierten Umhang ĂŒber den Schultern, der zwischen den Vorderbeinen als Schurz herabhĂ€ngt. Die beiden FlĂŒgelpaare sind ebenfalls schraffiert. Vor ihr steht ein Palmettbaum mit zwei Voluten am oberen Ende des Stammes. Danach folgt als NKr 2 eine weitere Bes-Darstellung. Die mit gehockten Beinen dargestellte Figur hĂ€lt in beiden HĂ€nden eine Schlange und trĂ€gt eine fĂŒnfteilige Krone. Die beiden Affen, die bei NVr 2 auf den Schultern sitzen, haben hier einen separaten oberen Bildabschnitt, zwischen ihnen steht ein BĂ€umchen. Sie fĂŒhren eine Hand zum Mund und scheinen an etwas zu knabbern. Die Anordnung des Bes direkt nach dem Portaltier weist auch hier auf eine WĂ€chterfunktion hin. Das stark fragmentiert aufgefundene Relief wurde aus mehreren Teilen zusammengesetzt. Auf dem zweigeteilten Bildstein NKr 3 sind oben drei Greifvögel im Profil in unterschiedlicher Haltung zu sehen, zwei nach rechts, einer nach links gewandt. Darunter stehen vier mĂ€nnliche Gestalten. Der rechte wendet sich nach links, alle anderen blicken in seine Richtung. Der zweite und vierte von links tragen einen Wickelrock, die beiden anderen Hemden, die bis zu den Knien reichen. Demnach sind wohl zwei der MĂ€nner Einheimische, der rechte vielleicht der Herrscher, die anderen beiden Fremde, die hier empfangen werden. Çambel schlĂ€gt die Möglichkeit vor, dass hier auf ein historisches Ereignis Bezug genommen wird, möglicherweise den Abschluss des Paktes zwischen Sanduarri und den PhönizierfĂŒrsten. Die Bedeutung der Vögel ist unklar, in Verbindung mit dem Vertragsschluss könnte eine Vogelschau angedeutet sein.

NKr 4 ist ein 21 Zentimeter schmaler Binder ohne Bild, NKr 5 trĂ€gt den Abschnitt Hu 5a der Hieroglypheninschrift. Auf NKr 6 taucht erneut das Motiv der Löwenbezwinger auf. Zwei antithetische KĂ€mpfer kĂ€mpfen mit einem in der Mitte aufrecht stehenden Löwen. Darunter befinden sich zwei kleinere Löwen und eine Ziege. Einer greift von links die Ziege an, der zweite ist ihr bereits auf den RĂŒcken gesprungen. Eine Trennung zwischen oberem und unterem Bildinhalt ist nicht vorhanden. Es folgen der Inschriftenstein NKr 7 mit Hu 5b sowie mit dem Binder NKr 8 die Ecke der Kammer.

Die rĂŒckwĂ€rtige Reihe der Kammer beginnt nun von rechts mit zwei Kriegern, die sich auf NKr 9 gegenĂŒberstehen. Beide sind mit Raupenhelmen und Schilden ausgestattet und haben einen Kurzspeer in der Hand. Das nĂ€chste Relief NKr 10 zeigt zwei aufrecht sich gegenĂŒberstehende Capriden an einem stilisierten Baum. Am Stamm des GewĂ€chses sind volutenartige AuswĂŒchse zu erkennen, am oberen Ende BlĂ€tter oder Knospen. Da beim linken Tier im Gegensatz zum rechten ein Penis erkennbar ist, scheint es sich um Bock und Ziege zu handeln. Auch das Motiv antithetischer Ziegen an einer Pflanze ist sowohl aus Mesopotamien, zum Beispiel von der Goldenen Leier aus Ur,cite-ref-32[32] als auch im ersten vorchristlichen Jahrtausend aus spĂ€thethitischen Zeugnissen wie in Zincirlicite-ref-33[33] und Tell Halafcite-ref-34[34] bekannt.

Die folgenden drei Szenen NKr 11 bis NKr 13 mĂŒssen im Zusammenhang gesehen werden. In der rechten, in der Mitte der Kammer platzierten, sind zwei große antithetische Gestalten abgebildet mit einer kleineren in der Mitte. Links steht ein Mann, rechts eine Frau. Die mittlere, ebenfalls mĂ€nnliche Person steht höher und umarmt die beiden Ă€ußeren. Die großen Figuren tragen ein langes, glattes Gewand mit einem senkrechten, doppelten Steg. Der Mann hat auf dem Kopf eine runde Kappe oder ein Diadem, die Frau einen Schleier. Von der kleineren Gestalt sind große Teile weggebrochen, sodass Einzelheiten der Kleidung nicht erkennbar sind. Sie stellen mit ziemlicher Sicherheit eine Göttertrias von Vater, Mutter und Sohn dar. Unklar bleibt, ob es sich um die hethitische, aus dem hurritischen Pantheon ĂŒbernommene Dreiheit von TeĆĄĆĄub, ážȘebat und Ć arrumacite-ref-35[35] handelt, von der durch drei Karyatiden aus Tell Halafcite-ref-36[36] erwiesen ist, dass sie mindestens im 9. Jahrhundert v. Chr. noch bekannt war. Auch eine Deutung als Kubaba, die luwische Stadtgöttin von KarkemiĆĄ, mit Tarhunza und Karhuha wird in ErwĂ€gung gezogen. In NKr 12 und NKr 13 sind jeweils zwei große, nach rechts gewandte MĂ€nner zu sehen. Der erste (von rechts) hĂ€lt in der rechten Hand vor dem Körper ein Messer, die linke ist zum Gruß erhoben. Der zweite winkelt einen Arm an, wĂ€hrend er mit dem anderen grĂŒĂŸt. Der dritte hĂ€lt wiederum ein Messer, der vierte eine geschulterte Keule, beide grĂŒĂŸen mit der anderen Hand. Die Bekleidung ist bei allen gleich mit langen GewĂ€ndern und runden Kappen oder StirnbĂ€ndern. Alle vier bewegen sich in einer Reihe auf die Göttertrias von NKr 11 zu. Aus dem Vergleich mit der Götterprozession von Yazılıkaya wird geschlossen, dass es sich hier gleichfalls um Götter handelt. Winfried Orthmann schlĂ€gt dagegen einen Zug von WĂŒrdentrĂ€gern vor. Solche Szenen sind aus KarkemiĆĄ und Zincirli bekannt, allerdings gehen sie nicht auf Götter, sondern auf Könige zu. Die RĂŒckseite der Kammer wird von dem bildlosen Binder NKr 14 abgeschlossen.

Das linke hintere EckstĂŒck der Kammer bildet mit der Nummer NKr 15 ein unvollendetes Relief mit zwei mĂ€nnlichen Gestalten, die linke, nach rechts gewandte etwas grĂ¶ĂŸer als die andere, ihm gegenĂŒberstehende. NKr 16 besteht aus zwei Zonen ohne trennende Markierung. Unten sieht man einen Reiter ohne Sattel auf einem Pferd sitzen, die linke Hand hĂ€lt einen ZĂŒgel, die andere ist zum Gruß erhoben. Über ihm gehen drei MĂ€nner in langen GewĂ€ndern und mit runder Kappe, ebenfalls grĂŒĂŸend. Alle bewegen sich nach rechts, sie bilden wohl den Anfang eines Zuges, der sich, nach einer Opferszene, auf NKr 18 fortsetzt. Da sie unbewaffnet sind, kann man eine kultische Prozession annehmen. Die Abbildung von Reitern ohne Waffen ist im kleinasiatischen und mesopotamischen Bereich ohne Vergleichsobjekte, alle bekannten Reiterbilder stehen in Zusammenhang mit Krieg oder Jagd. Auch NKr 17 ist ohne Trennstrich in zwei Zonen aufgeteilt. Oben steht links eine kleine mĂ€nnliche Gestalt, die in der vorgestreckten Hand einen Speer hĂ€lt. Dieser ist nach dem GlĂ€tten des Reliefhintergrunds eingeritzt. Vor ihm steht ein nach rechts gehender Capride, unter dessen Kopf ein weiterer, nach links gewandter kleiner Mann in Grußhaltung. Die untere Szene zeigt eine Stieropferung. Das Opfertier wird von zwei MĂ€nnern an Hörnern und Schwanz festgehalten, ein dahinterstehender dritter schwingt eine Doppelaxt, mit der er den Stier töten wird. Am linken Bildrand beobachtet ein grĂ¶ĂŸerer Mann, vermutlich ein Priester, das Geschehen, er hĂ€lt in der rechten Hand einen runden Gegenstand. Das Stieropfer ist vergleichbar mit dem attischen Ochsenmord,cite-ref-37[37] bei dem der Opferstier mit einem Beil erschlagen wurde, wogegen im anatolischen Bereich dem Tier im Allgemeinen die Kehle durchschnitten wurde. Deshalb wird auf eine westliche Herkunft dieses Rituals geschlossen. Bei einem entsprechenden Fest im Heraion von Argos wurde der OchsenschlĂ€ger anschließend symbolisch gesteinigt, um ihn von seiner Schuld zu reinigen.cite-ref-38[38] Daher könnte der Gegenstand in der Hand des Priesters ein Stein sein. In der Inschrift beschreibt Azatiwada eine jĂ€hrliche Zeremonie, bei der Tarhunzas/Baal ein Stier und ein Schaf geopfert wurde. Damit könnte hier ein Bezug zwischen Schrift und Relief bestehen, wenn man annimmt, dass statt des Schafes hier eine Ziege dargestellt ist. Auf dem schlecht erhaltenen, nur 27 Zentimeter breiten Binder NKr 18 sind zwei nach rechts gewandte MĂ€nner in grĂŒĂŸender Haltung abgebildet, die mit großer Wahrscheinlichkeit den Abschluss des in NKr 16 beginnenden Prozessionszuges darstellen.

Die nun folgende Schiffsszene NKr 19 ist eines der bemerkenswertesten und meistbesprochenen Bildwerke des Karatepe. Sie zeigt ein Schiff mit vierköpfiger Besatzung, darunter Fische und menschliche Gestalten. Es hat links am Bug einen rechteckigen Rammsporn, rechts einen im Bogen hochgezogenen Achtersteven. Aus dem Schiffsrumpf ragen fĂŒnf Ruder mit abgewinkelten BlĂ€ttern sowie im Heckbereich ein Steuerruder. Die Anzahl der Ruder muss nicht mit den tatsĂ€chlichen Gegebenheiten des gezeigten Schiffes ĂŒbereinstimmen, sie ist eher den Platzmöglichkeiten des Steinmetzen geschuldet, ebenso wie die Tatsache, dass die Ruder nicht bis zum Wasser reichen. An Bug und Heck sind mit Latten umrahmte Plattformen angebracht, dazwischen die Reling. Der Mast reicht bis zum oberen Rand des Steins, an der quer dazu stehenden Rah sind kleine Dreiecke zu erkennen, die mit großer Wahrscheinlichkeit als gereffte Segel zu deuten sind. Von der Takelage sind sechs teilweise schrĂ€g laufende Taue zu sehen, an denen eine Schraffierung zu erkennen ist, die wohl die Drehung der SeilstrĂ€nge darstellen soll. An Deck steht auf der linken Plattform ein Mann, der nach vorn schaut und mit einer Hand dorthin zeigt. Oberhalb der Reling sitzen zwei nach hinten gewandte Besatzungsmitglieder mit ausgestreckten Beinen, der vierte sitzt auf der Heckplattform, schaut nach vorn und hĂ€lt eine Schale. Laut Lionel Casson bestand die Besatzung der griechischen Schiffe vor dem 5. Jahrhundert v. Chr. neben den Ruderern aus drei Offizieren: dem Bugoffizier (Prorates), der hauptsĂ€chlich am Bug Ausschau hielt, dem fĂŒr die Ruderer zustĂ€ndigen Keleustes und dem KapitĂ€n und Steuermann (Kybernetes). Dem Keleustes wurde spĂ€ter noch ein zweiter Mann zugeordnet, der Pentekontarchos.cite-ref-39[39] Übernimmt man diese Deutung, wĂ€ren hier links der Bugoffizier, rechts sitzend der Steuermann und in der Mitte die beiden Ruderoffiziere zu sehen. Dass die Personen oberhalb statt hinter den Deckaufbauten und der Reling sitzen oder stehen, muss wohl wiederum dem Steinmetz zugeschrieben werden, da die Darstellung sonst zu unĂŒbersichtlich geworden wĂ€re. Unter dem Schiff liegen zwei Personen im Wasser, darunter dicht gedrĂ€ngt vier große und vier kleinere Fische. Ein Vergleich mit den Opfern einer Wagenschlacht, die auf der Long Wall of Sculptures in KarkemiĆĄcite-ref-40[40] zu sehen sind, lĂ€sst aufgrund der Ă€hnlich verrenkten Haltung darauf schließen, dass es sich hier um Tote, also in einer Seeschlacht getötete Feinde, handelt. Da alle Seeleute unbewaffnet dargestellt sind, kann von einer Szenerie nach einer gewonnenen Schlacht ausgegangen werden. Ob damit ein bestimmtes historisches Ereignis gemeint ist, muss offenbleiben.

Die Schiffsszene wurde nach der ersten Veröffentlichung von zahlreichen Wissenschaftlern behandelt. Machteld Mellink vergleicht 1950 mit Ă€hnlichen Szenen aus Sanheribs Palast in Ninive und erwĂ€gt, dass es sich um ein kilikisches Schiff handeln könnte, da in Sanheribs Annalen von Hethitern die Rede ist, die fĂŒr ihn Schiffe bauten.cite-ref-41[41] Der französische Historiker James Germain FĂ©vrier bezeichnet es im selben Jahr in einem Beitrag ĂŒber phönizische Schiffe als Langschiff des griechischen Typs.cite-ref-42[42] Der belgische Marinehistoriker Lucien Basch erkennt 1969 darin ebenfalls in einer Untersuchung zu phönizischen Schiffen eine der griechischen Ă€hnliche Bauweise.cite-ref-43[43] Casson dagegen sieht eine den phönizischen Vorbildern nachgebaute Kriegsgaleere,cite-ref-44[44] wĂ€hrend der amerikanische UnterwasserarchĂ€ologe George Fletcher Bass ebenfalls Parallelen zum Ă€gĂ€ischen Schiffstyp sieht.cite-ref-45[45] Irene Winter beschreibt die Szene in ihrem Aufsatz zu den Reliefs vom Karatepe, lĂ€sst dabei aber die Entscheidung ĂŒber die Herkunft des Schiffes offen.cite-ref-winter-7-2[7] Halet Çambel schließlich gibt nach zahlreichen Vergleichen von Aufbauten, Takelage, allgemeiner Bauweise und Mannschaft der griechischen beziehungsweise Ă€gĂ€ischen Abstammung des Schiffes den Vorzug.

Orthostat NKr 20 fehlt, die Kammer wird abgeschlossen von dem stark fragmentierten Portallöwen NKr 21. Er ist aus etlichen Teilen zusammengesetzt, der Kopf ist beschĂ€digt. In den Augen sind, wie bei allen Portallöwen, die Eingussstellen fĂŒr das Blei zur Befestigung der AugĂ€pfel zu erkennen, die EinsĂ€tze selbst fehlen hier. Im rechten Winkel dazu, außerhalb der Kammer, steht NKr 22 mit der luwischen Inschrift Hu 3.

Linke Torkammer

Die linke Kammer des Nordtores wurde sehr gestört aufgefunden. Da das GelĂ€nde hier in mehreren Richtungen abfĂ€llt, waren die Wirkungen der Erosion besonders stark, die schĂŒtzende Erdschicht reichte nur bis zur halben Höhe der Reliefsteine. Nur ein kleiner Teil der Sockel war in situ verblieben. Von den Orthostaten wurden lediglich Teile der Sphinx NKl 1, die untere HĂ€lfte von NKl 10 und ein Teil des Inschriftensteins NKl 11 am ursprĂŒnglichen Standort vorgefunden. Die jetzige Aufstellung der Reliefs ist daher nicht gesichert.cite-ref-46[46]

Die Bildnisse der Kammer beginnen links mit der aus mehr als 250 Fragmenten zusammengesetzten Portalsphinx NKl 1. Sie entspricht etwa der gegenĂŒberstehenden NKr 1, jedoch wurde hier auf den Palmettbaum verzichtet. Das folgende Relief NKl 2 zeigt einen nach rechts fahrenden Wagen mit drei Personen, der von einem Pferd gezogen wird. Die vordere Figur, der Wagenlenker, ist vorgebeugt und hĂ€lt die ZĂŒgel in beiden HĂ€nden, von den weiteren Insassen ist wenig erhalten. Der Wagen hat achtspeichige RĂ€der, der Wagenkasten ist bis auf ein StĂŒck der Deichsel fast komplett weggebrochen. Die aufgeputzte MĂ€hne des Pferdes ist deutlich zu erkennen, vom Geschirr hĂ€ngt ein Ring mit AnhĂ€ngern herab, vom Kopf ein weiteres Zierobjekt. Der Ring ist vergleichbar mit der von assyrischen Pferdebilderncite-ref-47[47] bekannten Zierscheibe. Pferdewagen kommen in spĂ€thethitischen Darstellungen sonst nur im Zusammenhang mit Jagd oder Krieg vor. Da jedoch hier weder Bewaffnung noch Feinde oder Beutetiere zu sehen sind, kann ĂŒber die Bedeutung des Reliefs nur spekuliert werden. Ein bogenförmiges Objekt ĂŒber den Köpfen der Wagenbesatzung wird entweder als Sonnenschirm angesehen oder als Schild, wie er von einem Terrakotta-Wagenmodell aus Ajia Irini auf der Kykladeninsel Kea bekannt ist. Darstellungen von Herrscherausfahrten mit Sonnenschirm sind im mesopotamischen Raum hĂ€ufig zu finden, der Vergleich mit dem kykladischen Modell wĂŒrde eher auf einen kultischen Hintergrund deuten. Vom anschließenden NKl 3 ist nur das Fragment einer nach rechts gerichteten Person mit vorgestrecktem Arm erhalten. Möglicherweise war auch eine zweite Figur vorhanden.

Die RĂŒckwand der Kammer beginnt mit NKl 4, einem stark abgesplitterten und fragmentierten Gott, der eine Ziege trĂ€gt. Erkennbar sind die nach links gehenden FĂŒĂŸe, die linke Hand, die die Hinterbeine des Tieres hĂ€lt und von diesem Ohr und Hornansatz. Beim folgenden Relief NKl 5 ist die OberflĂ€che zwar nahezu vollstĂ€ndig, jedoch nur flach in Konturen ausgearbeitet, also wohl nicht fertiggestellt. Zu sehen sind zwei nach rechts schreitende MĂ€nner. Der vordere trĂ€gt rechts eine Schale sowie in der erhobenen Linken eine SchĂŒssel mit Speise. Diese ist, wie auch bei den Festmahlszenen SVl 3 und SKr 15 im offenen Querschnitt dargestellt, damit der Inhalt sichtbar ist. Der zweite, etwas kleinere Mann fĂŒhrt eine neben ihm laufende Ziege, indem er sie am Horn und am RĂŒcken hĂ€lt. Die Bedeutung der Szene bleibt offen, möglich ist eine Mahlzeit oder eine Opferszene. Beispiele von gabenbringenden Prozessionen, bei denen ein Mann mit dem Opfertier dem Libierenden folgt, sind aus Arslantepecite-ref-48[48] und aus KarkemiĆĄ bekannt. Auch in Alaca HöyĂŒk werden Ziegen in Ă€hnlicher Form zur Opferung gefĂŒhrt.cite-ref-49[49] Auf dem nĂ€chsten, ebenfalls stark fragmentierten Orthostaten NKl 6 ist ein nach links schreitender, die ganze Höhe einnehmender Mann, also vermutlich ein Gott, abgebildet, der einen erjagten Löwen vor sich hĂ€lt. Das Beutetier hĂ€ngt von der Hand des Mannes herab, der Kopf ist mit geöffnetem Rachen nach oben gebogen. Der JĂ€ger ist bewaffnet mit Kurzschwert und Streitkolben. Nach den Waffen könnte es sich auch um einen Herrscher oder Beamten handeln, die Lage in der Mitte der RĂŒckwand gegenĂŒber der Göttertrias von NKr 9 weist jedoch eher auf einen Gott.

Das Relief NKl 7 zeigt zwei antithetische MĂ€nner, die sich einer in der Mitte stehenden Palme zuwenden, ĂŒber der Szene schwebt eine FlĂŒgelsonne. Es besteht aus 45 Fragmenten, die OberflĂ€che ist stark beschĂ€digt. Von den Figuren fehlen große Teile, von der Palme sind die Krone mit einer von Voluten eingerahmten BlĂŒte und ein Rest des kreuzschraffierten Stammes zu erkennen. Die FlĂŒgelsonne besteht aus konzentrischen Kreisen, die FlĂŒgel aus Deck- und Schwungfedern. Ein Vergleich mit einem Relief,cite-ref-50[50] das in Domuztepe auf der anderen Flussseite gefunden wurde, zeigt, dass die Beine der Personen gebeugt sind und die HĂ€nde wahrscheinlich die Palme berĂŒhrten. Diese Körperhaltung ist fĂŒr Tanzende typisch. Die FlĂŒgelsonne lĂ€sst darauf schließen, dass es sich bei den Abgebildeten nicht um Sterbliche handelt. Orthmann sieht in dem Bild Parallelen zu neuassyrischen Vorbildern.cite-ref-51[51] Çambel hĂ€lt mit Hinweis auf entsprechende Funde aus Nuzicite-ref-52[52] auch eine Verbindung zum mitannisch-hurritischen Kulturkreis fĂŒr möglich. Der letzte Bildstein der RĂŒckwand mit der Nummer NKl 8 zeigt eine Frauenfigur von voller Reliefhöhe, also wohl eine Göttin. Teile von Kopf und Arm sind weggebrochen. Sie ist mit einem bis zu den Waden reichenden, gefĂ€ltelten Gewand mit Borte bekleidet, das von einem GĂŒrtel mit vorn herabhĂ€ngenden Enden umfasst wird. Auf dem Kopf trĂ€gt sie einen Henkelkrug, den sie vermutlich mit beiden HĂ€nden hĂ€lt. Die Bedeutung oder genaue IdentitĂ€t der Göttin ist unklar. Durch Aussparungen in der Bosse ist bei diesem Stein die Aufstellung am Kammereck gesichert.

Von NKl 9 ist nur ein 40 Zentimeter hohes und 30 Zentimeter breites Fragment erhalten, das eine Hand zeigt, die wahrscheinlich einen Vogel hĂ€lt. Das vor allem im oberen Bereich stark gestörte Relief NKl 10 zeigt einen nach rechts gewandten Mann, einen VogelfĂ€nger. Er hat einen gefangenen Vogel ĂŒber der Schulter. Die FĂŒĂŸe des Tiers sind mit einem Strick zusammengebunden, an dessen anderem Ende ein weiterer Vogel hĂ€ngt. In der Hand hĂ€lt er einen NetzschlĂ€ger, mit dem er im Begriff ist, einen vor seinen FĂŒĂŸen stehenden Vogel zu fangen. Ein gleiches GerĂ€t ist auf SKl 14 zu sehen. Bei dem rechten Vogel handelt es sich wahrscheinlich um einen Sichler, eine Ibisart. Reliefreste rechts oben könnten zu einem weiteren Vogel gehört haben. Aus dem Text einer Bronzetafel aus HattuĆĄacite-ref-53[53] geht hervor, dass bei der vertraglichen Übergabe eines Landes die dort befindlichen VogelfĂ€nger mit zu ĂŒbergeben sind. Das deutet auf eine besondere Bedeutung der VogelfĂ€nger hin, möglicherweise in Zusammenhang mit der Vogelschau, die in der hethitischen Großreichszeit hĂ€ufig praktiziert wurde. Da das Unterteil von NKl 10 in situ gefunden wurde, ist die Aufstellung hier gesichert. Der nĂ€chste Orthostat NKl 11 trĂ€gt die Hieroglypheninschrift Hu 1. Der Portallöwe NKl 12 schließt die linke Torkammer ab. Auch er ist stark fragmentiert. Vom beschĂ€digten Kopf sind noch der aufgerissene Rachen, die etwas heraushĂ€ngende Zunge und die EckzĂ€hne zu erkennen.

SĂŒdtor

Durch die Lage des SĂŒdtors auf einer hochgelegenen Terrasse nahe der HĂŒgelkuppe konnte sich hier erheblich weniger Erde ansammeln, sodass die Orthostaten den KrĂ€ften von Erosion und Vegetation stĂ€rker ausgesetzt waren als am Nordtor. Außerdem fĂŒhrte die Lage an einem Steilhang dazu, dass alle einmal bewegten Teile durch starke RegengĂŒsse weiter hangabwĂ€rts gespĂŒlt wurden. Daher war der Auffindezustand der hiesigen Reliefs wesentlich schlechter als am Nordtor. Im Laufe der Jahre wurden immer wieder Fragmente am Hang im Buschwerk gefunden.cite-ref-54[54]

Vorhof rechts

Die rechte Seite des Vorhofs beginnt mit der nur noch teilweise erhaltenen Portalskulptur SVr 1. Übrig sind Beine und Teile des Körpers mit erkennbaren FlĂŒgeln. Da Portalsphingen in spĂ€thethitischer Zeit an außenliegenden Stellen nicht nachweisbar sind, hĂ€lt Çambels Mitarbeiterin Aslı Özyar die Figur fĂŒr einen geflĂŒgelten Löwen, ebenso wie die entsprechende gegenĂŒberstehende Skulptur SVl 1. Es folgt SVr 2 mit der luwischen Inschrift Ho 2. Das Relief SVr 3 zeigt den Herrscher, nach links gewandt auf einem Thron sitzend. Seine FĂŒĂŸe ruhen auf einer Ablage, die rechte erhobene Hand hĂ€lt eine Blume, von der allerdings die BlĂŒte weggebrochen ist, die linke vor dem Körper eine Schale. Hinter ihm steht ein etwas kleinerer Mann mit einem Fliegenwedel. Die Augen beider Personen sind frontal abgebildet und doppelt umrandet. Bei dem Stuhl scheint es sich um einen in Karatepe bekannten Typ zu handeln, da er Ă€hnlich auch auf SVl 3 und SKr 16 zu sehen ist. Er ist sicherlich aus Holz und hat seitlich drei Querstreben, dazwischen eine TĂ€felung. Vergleichbare Szenen gibt es hier auf den erwĂ€hnten Reliefs sowie in Zincirli.cite-ref-55[55] Unter den Figuren sind ohne Zusammenhang Teile des hieroglyphen-luwischen Textes angebracht.

Auf dem Orthostaten SVr 4 sind zwei antithetische Stiermenschen dargestellt. Die frontal gezeigten Gesichter sind menschlich mit langen, auf die Schulter fallenden Haaren und einem Bart. Unterhalb des Hemdes sind die HinterfĂŒĂŸe von Stieren und der Schwanz zu erkennen. Die HĂ€nde halten auf dem Boden stehende Lanzen. Winfried Orthmann listet in seinen Untersuchungen zur spĂ€thethitischen Kunst zahlreiche Beispiele derartiger Stiermenschen auf, ebenso vereinzelte Darstellungen aus hethitischer Großreichszeit und aus mittel- und neuassyrischer Kunst.cite-ref-56[56] Meist handelt es sich um WĂ€chterfiguren, die Bedeutung der Wesen in Karatepe ist jedoch unklar. Die folgenden Steine SVr 5 und SVr 6 tragen die luwischen Inschriftenteile Ho 6a und 6b. Die den Vorhof abschließende Löwenfigur SVr 7 ist im Unterschied zum Nordtor um mehr als einen Meter versetzt. Sie besteht aus zahlreichen Fragmenten, große Teile, darunter der Kopf, fehlen. Den Körper bedeckt die Inschrift Ho 1.

Vorhof links

Von dem die linke Vorhofreihe eröffnenden geflĂŒgelten Löwen SVl 1, dem GegenstĂŒck zu SVr 1, sind nur geringe Teile erhalten, sie sind heute mittels MetallstĂŒtzen in vermuteter Position angebracht.

Die beiden folgenden Orthostaten SVl 2 und SVl 3 mĂŒssen als zusammengehörig angesehen werden. Beide sind in zwei Zonen aufgeteilt, links werden oben SpeisetrĂ€ger, unten eine Musikkapelle und rechts oben eine Festmahlszene und unten ein Stieropfer dargestellt. Die SpeisetrĂ€ger sind vier mĂ€nnliche Figuren, drei davon nach rechts, einer nach links gewandt. Der vorderste, rechte, trĂ€gt zwei GetrĂ€nkegefĂ€ĂŸe, eine Phiale und ein HenkelgefĂ€ĂŸ, die der erkennbaren Kannelierung nach aus Bronze oder Edelmetall sind. Der zweite, kleinere, der als einziger ohne Bart gezeichnet ist, hĂ€lt eine Schnabelkanne und einen Beutel, möglicherweise mit Wasser und GewĂŒrzen. Warum er als einziger nach links blickt, lĂ€sst sich nicht klĂ€ren. Der dritte bringt auf einem Tablett einen Hasenbraten, der vierte eine Ente. Alle vier sind mit knielangen Hemden mit Borte bekleidet. Die vier Musikanten im unteren Bereich sind ebenfalls nach rechts gerichtet. Sie werden von einem Auleten angefĂŒhrt, die nĂ€chsten beiden spielen verschiedene Leiern. Diese unterscheiden sich im Typ von denen in Szene NVl 7, die erste ist eine Rundbodenleier, wie sie im Ă€gĂ€ischen Raum beheimatet ist, die zweite eine asymmetrische Flachbodenleier, die aus Mesopotamien und Nordsyrien, aber auch im 2. Jahrtausend v. Chr. in Anatolien bekannt ist, unter anderem von einem hethitischen faustförmigen Rhyton unbekannter Herkunft.cite-ref-57[57] Der vierte Musiker schlĂ€gt eine Rahmentrommel. Im Unterschied zu NVl 7 ist es hier ein Mann, der dieses Instrument bedient. Orthmann gibt in seinen Untersuchungen eine große Zahl von hethitischen Musikkapellen an, die er in verschiedene Gruppen aufteilt. Diese ordnet er in Gruppe B ein, bei der sich die Musiker in einer Reihe in die gleiche Richtung bewegen. Vergleichbare Kapellen tauchen in Zincirli und KarkemiĆĄ auf.cite-ref-58[58]

Die obere HĂ€lfte der rechten Abbildung SVl 3 zeigt eine auf einem Thron sitzende mĂ€nnliche Gestalt, die FĂŒĂŸe auf einer Bank ruhend, vor einem gedeckten Tisch. Die rechte Hand greift nach den Speisen in einer Schale, die im Querschnitt dargestellt ist, zu sehen sind Fladenbrote und kegelförmiger KĂ€se. Einen solchen hĂ€lt er in der linken Hand, die auf der Armlehne ruht. Hinter dem Sessel steht ein weiterer SpeisenstĂ€nder mit zwei HenkelkrĂŒgen, daneben ein Diener mit Wedel. Vor dem Thronenden stehen ihm zugewandt zwei weitere Bedienstete, der vordere ebenfalls mit Fliegenwedel sowie einem Krug, der hintere bringt ein Tablett mit nicht identifizierbaren Speisen. Links neben dem Tisch befindet sich ein RĂ€ucherstĂ€nder. Unter dem Tisch kauert ein Äffchen mit der Pfote am Mund, anscheinend verspeist es Reste des Mahles. Bei den GefĂ€ĂŸen handelt es sich um Formen aus Ton und Metall, die aus Zentralanatolien bekannt sind, aber auch aus dem weiteren Umkreis wie beispielsweise aus Kreta, der Levante oder Zypern. Unter den Keramikfunden vom Karatepe war allerdings kein vergleichbares Geschirr. Der Stuhl mit der Sitzbank Ă€hnelt demjenigen von SVr 3 und SKr 16, er ist, ebenso wie der SpeisenstĂ€nder, aus Holz und stammt aus einheimischer Produktion. Der Tisch steht auf S-förmigen Beinen, die oben mit einer stabilisierenden Querstrebe verbunden sind. DarĂŒber sind drei Kapitelle zu erkennen, die die Platte tragen. E. Gubel sieht in seiner Untersuchung zu phönizischen Möbeln eine dortige Herkunft des Tisches,cite-ref-59[59] aber auch der bekannte Tisch aus dem großen Tumulus von Gordion bietet sich als Vergleich an.cite-ref-60[60] Çambel nimmt an, dass dem Steinmetz phönizische und phrygische Tische bekannt waren, sodass er beides in seine Vorstellungen eines fĂŒrstlichen Tisches einfließen ließ. Affen sind und waren im anatolischen Raum nie heimisch, tauchen aber sowohl in assyrischen als auch in kleinasiatischen Abbildungen ab dem 2. Jahrtausend v. Chr. auf, sie sind wohl als Geschenke aus Ägypten in das Gebiet gelangt. Ob ihm eine Bedeutung im Rahmen des dargestellten Rituals zukommt, lĂ€sst sich nicht klĂ€ren.

Im unteren Abschnitt von SVl 3 ist eine Opferszene zu sehen. Ein Stier wird von zwei rechts und links stehenden MĂ€nnern an einem Strick gehalten, hinter dem Tier steht ein weiterer Mann mit einem Krug in den HĂ€nden. Am rechten Rand des Reliefs trĂ€gt ein Mann eine Ziege auf den Schultern. Ein fĂŒnfter Mann steht links der Szene, von ihr abgewandt. Er ist mit einem Umhang mit parallelen Streifen bekleidet, den Çambel mit dem des Königs Warpalawa vom Felsrelief von İvriz vergleicht. Seine Funktion ist nicht geklĂ€rt. Die Opferung von Stier und Ziege könnten hier, Ă€hnlich wie bei NKr 17, einen Bezug zu dem im Text der Inschrift beschriebenen jĂ€hrlichen Opfer an den Wettergott haben.

Die Opfertiere weisen darauf hin, dass es sich bei der Szene SVl 2/3 um ein rituelles Mahl handelt. Dabei besteht möglicherweise ein zeitlicher Zusammenhang der beiden oberen Bilder, in denen Speisen zum Tisch des Thronenden gebracht werden, und der beiden unteren, in denen das Opfer durch eine Musikkapelle begleitet wird. Aber ebenso können alle vier Bilder als Einzelteile derselben Handlung aufgefasst werden. Beispiele fĂŒr beide Möglichkeiten sind unter anderem in Mesopotamien zahlreich vorhanden.cite-ref-61[61] Bei der thronenden Person kann es sich nach Çambel nicht um einen Gott handeln, da diese zwar bei Bankettszenen sitzend, aber nie im Zusammenhang mit sterblichen Bediensteten dargestellt werden. Daher bleibt nur die Deutung als Herrscher, ob es allerdings ein lokaler Regent, also Azatiwada, ist oder ein bereits verstorbener, vergöttlichter König, in dem Fall vermutlich Awariku/Urikki, bleibt Spekulation. Ebenso ungeklĂ€rt ist die Funktion der linken Gestalt in der Stieropferszene, mit der möglicherweise ein Priester dargestellt ist, der die Opferungszeremonie leitet, vielleicht aber auch der oben abgebildete Herrscher selbst, der zu einem anderen Zeitpunkt in priesterlicher Funktion dem Ritual beiwohnt.

Der Orthostat SVl 4 zeigt einen nach rechts blickenden, auf einem Stier stehenden Mann. Er hĂ€lt mit der rechten Hand einen Hasen an den HinterlĂ€ufen, in der linken einen Vogel. Vor ihm steht eine kleinere, ebenfalls rechtsgewandte Figur. Die GrĂ¶ĂŸe und die Tatsache, dass er auf einem Stier steht, weisen ihn eindeutig als Gott aus. WĂ€hrend sonst diesen Standort der Wettergott innehat, deuten hier die abgebildeten Tiere an, dass eine Vermischung von Wettergott mit einem Schutzgott der Felder und Tiere vorliegt. Die Funktion der kleinen Figur ist unklar, möglicherweise stellt sie den Herrscher dar, allerdings wegen der gleichen Blickrichtung nicht als Adorant, sondern als Schutzbefohlenen, vergleichbar mit der Abbildung Tudhalijas als SchĂŒtzling Ć arrumas in Yazılıkaya.cite-ref-62[62]

Das folgende Relief SVl 5 ist wieder in zwei Zonen aufgeteilt. In der oberen wird ein in der Mitte stehender, unbewaffneter Mann von zwei antithetischen Kriegern mit Schwertern erstochen. Die beiden tragen die Raupenhelme der Fußtruppen sowie runde Schilde und halten den Mann mit einer Hand an den Handgelenken fest. Dieser steht erhöht auf einem Podest. In dem unteren Bild steht in der Mitte ein Krieger mit Helm und ĂŒber der Schulter getragenem Schild. Er hĂ€lt die Pferde zweier Reiter am Halfter fest. Diese sind mit fĂŒr die Reiterei typischen Spitzhelmen und Lanzen bewaffnet, die sie waagrecht in Höhe der PferderĂŒcken halten. Sie ziehen die Köpfe der Reittiere zurĂŒck, um sie anzuhalten. Vom Zaumzeug sind die ZĂŒgel und verschiedene Riemen zu sehen. Zu der oberen Szene finden sich vergleichbare Darstellungen in Tell Halafcite-ref-63[63] und KarkemiĆĄ.cite-ref-64[64] Zur unteren Szene sind aus Anatolien und Mesopotamien keine Parallelen bekannt, weshalb eine Deutung nicht möglich ist.

Der nĂ€chste Stein enthĂ€lt den Abschnitt Pho B II der phönizischen Inschrift. Die linke Vorhofreihe wird abgeschlossen mit dem nur stĂŒckweise erhaltenen Portallöwen SVl 7. Der Kopf der Figur fehlt, auf dem Körper ist die Inschrift Pho B I eingraviert.

Rechte Torkammer

Die Reliefs der rechten Torkammer sind nur in wenigen Fragmenten erhalten, die Aufstellung ist, mit Ausnahme des Portallöwen SKr 19, nicht gesichert.

Vom ersten Stein der rechten Kammer SKr 1 ist nichts erhalten, vom zweiten SKr 2 nur ein Fragment mit dem linken unteren Teil einer aufrechten Gestalt. Bei SKr 3 ist lediglich in der rechten unteren Ecke eine kleine mĂ€nnliche Figur in Grußhaltung erkennbar. Beim ebenfalls fragmentierten SKr 4 ist nur noch ein nach rechts gewandter Mann zu sehen, der in einem kastenartigen Gebilde steht. Die Reste von SKr 5 lassen den Teil einer Schiffszene Ă€hnlich NKr 19 erkennen, ĂŒbrig sind der Rumpf mit einem Rammsporn, einige Ruder sowie eine im Wasser treibende Leiche. Auf SKr 6 ist eine Wagenszene dargestellt. Zu sehen sind ein Lenker mit vorgestreckten Armen und eine zweite Personen, von der der obere Teil abgesplittert ist. Vom GefĂ€hrt sind der Wagenkasten und Teile des Pferdes erhalten. Links oben, ĂŒber den Figuren, ist ein Tier, möglicherweise ein Hund, zu erkennen. Das ebenfalls stark zerstörte Relief SKr 7 zeigt eine weitere Wagenszene mit Resten des Pferdekörpers ohne Kopf sowie Teilen des Kastens und die Arme des Wagenlenkers. Zwei schwer erkennbare Tiere, ein Vogel und vielleicht ein Hund, was jeweils auf eine Jagdszene hindeuten könnte.

Auf der zweizonigen Reliefplatte SKr 8, mit der die KammerrĂŒckwand beginnt, ist von ursprĂŒnglich mindestens drei abgebildeten Personen nur noch eine links oben zu erkennen, die einen Fisch in der Hand hĂ€lt. Von zwei anderen sind nur links unten die FĂŒĂŸe erhalten. Der wiederum in zwei Zonen aufgeteilte Orthostat SKr 9 zeigt zwei krĂ€ftige, nach rechts gewandte Ziegenböcke. Der untere ist in großen Teilen, der obere nur fragmentarisch erhalten. Vergleichbare Darstellungen sind in der spĂ€thethitischen Kunst nicht bekannt, eine Deutung ist daher nicht möglich. Von Relief SKr 10 fehlt die obere HĂ€lfte, in der unteren sind ein Hirsch und eine Ziege zu sehen, die von Hunden gejagt werden, die sie von hinten anfallen. Vom Hirsch sind nur noch Umrisse zu erkennen. Derartige Jagdszenen sind schon aus dem 2. Jahrtausend v. Chr. aus AlacahöyĂŒk, aber auch aus den etwa zeitgenössischen Orten Zincirli und KarkemiĆĄ bekannt. In SKr 11 stehen sich zwei die volle Reliefhöhe ausfĂŒllende MĂ€nner gegenĂŒber, die einen dritten, nackten, kopfĂŒber an den FĂŒĂŸen halten. Der linke Mann sticht ihm mit seinem Schwert in den Körper. Vergleiche mit entsprechenden Darstellungen, unter anderem wieder aus Zincirli und KarkemiĆĄ, zeigen, dass es sich hier um die Tötung des ážȘumbaba durch Gilgamesch und Enkidu handelt. Auf den Resten des nur 29 Zentimeter breiten Binders SKr 12 ist der Oberkörper eines nach rechts gewandten Kriegers zu sehen, der eine Keule und eine Lanze hĂ€lt, darĂŒber senkrecht ein Fisch. Die Bedeutung des Reliefs ist unklar, möglicherweise steht der Fisch in Zusammenhang mit SKr 8. Das aus zahlreichen Einzelteilen zusammengesetzte Bild SKr 13 zeigt zwei große MĂ€nner, die sich gegenĂŒberstehen, dazwischen einen kleineren. Die beiden Äußeren scheinen auf nicht genau identifizierbaren vierfĂŒĂŸigen Tieren zu stehen, was sie als Götter ausweist. Sie halten nicht erkennbare Tiere in den HĂ€nden. Auch der dritte, kleinere Mann in der Mitte hĂ€lt ein Tier an den HinterlĂ€ufen, es ist vermutlich der Herrscher im Schutz der beiden Gottheiten.

Die linke Seitenwand beginnt mit SKr 14, von dem nur wenige Teile erhalten sind. Reste von fĂŒnf MĂ€nnern, wohl ursprĂŒnglich sechs, sind in zwei Zonen erkennbar. Da weder Opfertiere noch Speisen zu sehen sind, ist nicht zu klĂ€ren, welche Art Zug sie bilden. Die beiden folgenden, zusammengehörigen Orthostaten SKr 15 und SKr 16 enthalten in Resten eine Bankettszene, vergleichbar SVl 3. Die Anordnung ist verĂ€ndert, der Thronende sitzt links, die Darstellung scheint der bekannten Festmahlszene nachempfunden, dabei aber vereinfacht. So ist beispielsweise der Tisch einfacher gezeichnet, die Speisen liegen ohne Schale darauf. Die wenigen erhaltenen Fragmente von SKr 17 zeigen rechts unten einen kleinen Mann, davor den Hinterleib eines Pferdes. Ein Gebilde in der linken oberen Ecke könnte laut Özyar ein LockvogelkĂ€fig sein. Vom nĂ€chsten Relief SKr 18 ist nur das obere Drittel vorhanden. Zu sehen ist ein BogenschĂŒtze, der GrĂ¶ĂŸe nach ein Gott. Er ist nach rechts gewandt und hĂ€lt einen ungespannten Bogen in der ausgestreckten Hand, auf der Schulter trĂ€gt er einen Köcher. Ein Ă€hnliches Bild ist auf NVr 4 zu sehen. Den Abschluss der linken Kammerreihe bildet der Portallöwe SKr 19, der ebenfalls nur in wenigen Teilen erhalten ist. Der Kopf fehlt, ein aufgelesenes Fragment des Oberkiefers mit ZĂ€hnen und Nasenlöchern ist im lokalen Museum ausgestellt. Alle vorhandenen Teile des Tieres sind von der Hieroglypheninschrift Ho 7 bedeckt. Im rechten Winkel zum Löwen ist ein letzter Stein SKr 20 aufgestellt, der auf zwei Seiten Reliefs trĂ€gt. Auf der Schmalseite ist ein Mann mit einem Stab in der Hand abgebildet, auf der Breitseite Teile eines Rindes und Reste eines weiteren Tieres.

Linke Torkammer

Von der linken Torkammer waren zumindest die Sockel in situ erhalten, weshalb die Aufstellung der Reliefs als gesichert gilt.

Die Kammer beginnt auf der linken Seite mit dem Eckstein SKl 1, der sowohl auf der Schmal- als auch auf der Breitseite Reliefs in schlechtem Erhaltungszustand trĂ€gt. Auf der breiten Seite ist eine große mĂ€nnliche Figur mit Bogen abgebildet, vor ihr ein Hund, von dem nur der vordere Teil vorhanden ist, darunter ein weiteres Tier. Links hĂ€lt ein kleinerer Mann Pfeile bereit, darĂŒber sind ein Vogel und zwei Hunde zu sehen. Vermutlich stellen die Gestalten einen Jagdgott mit seinem Gehilfen dar. Auf der Schmalseite ist ebenfalls eine kleinere Gestalt eingemeißelt, vielleicht ein weiterer Jagdgehilfe. Hunde sind auch auf SKr 10 als Jagdhelfer eingesetzt. Die Steine SKl 2 bis SKl 6 fehlen gĂ€nzlich. Auf dieser Kammerseite steht einzig noch SKl 7, auf dem eine große, nach links gewandte Figur abgebildet ist, davor eine ihn anblickende, wesentlich kleinere. Der Große, also der Gott, trĂ€gt ein reich geschmĂŒcktes Gewand mit Fransen und einer BordĂŒre aus Rosetten und Quadraten, vergleichbar dem des Königs Warpalawa auf der in Kemerhisar, dem luwischen Tuwana, gefundenen sogenannten Stele von Borcite-ref-65[65] und desselben Königs auf dem Felsrelief von İvriz.cite-ref-66[66] Im Unterschied zu den beiden erwĂ€hnten Darstellungen ist es allerdings hier der Gott, der das geschmĂŒckte Gewand trĂ€gt. Die kleinere Gestalt wĂ€re demnach der von diesem beschĂŒtzte Herrscher.

Die drei ersten Orthostaten der RĂŒckwand SKl 8 bis SKl 10 stellen zusammen einen Opferzug dar, der sich wohl nach links auf den Gott von SKl 7 zubewegt. Von SKl 9 fehlt die obere HĂ€lfte, bei SKl 10 etwa ein Drittel. Auf dem ersten, SKl 8, sind in zwei Zonen je zwei MĂ€nner zu sehen. Der linke obere hĂ€lt einen Stab, der nĂ€chste trĂ€gt eine Ziege auf den Schultern. Unten fĂŒhrt der vordere Mann eine Ziege am Strick, der hintere trĂ€gt ein Tier, von dem große Teile fehlen. Auf SKl 9 ist nur noch der untere Teil eines Mannes erkennbar sowie dahinter Reste eines Tieres. SKl 10 ist wiederum zweizonig gestaltet mit zweimal zwei MĂ€nnern, von denen der linke obere etwas grĂ¶ĂŸer und nur zur HĂ€lfte erhalten ist. Der ihm folgende trĂ€gt eine Ziege auf beiden HĂ€nden. Die beiden unteren fĂŒhren jeweils eine Ziege, einer hĂ€lt eine Schale in der Hand, der andere einen nicht erkennbaren Gegenstand. Das stark fragmentierte Relief SKl 11 zeigt in zwei Zonen Reste von fĂŒnf MĂ€nnern und im oberen Bereich Teile eines nicht nĂ€her zu deutenden MöbelstĂŒckes, Ă€hnlich denjenigen aus SVl 3. Beidseitig des Möbels steht jeweils eine Gestalt. Im unteren Bereich sind Teile von drei MĂ€nnern zu erkennen, die beiden linken nach rechts, der dritte nach links gewandt. Nur vom linken ist der Kopf erhalten. Die Bedeutung der Szene lĂ€sst sich nicht rekonstruieren. Ebenso unklar ist die Bedeutung der nĂ€chsten Abbildung auf SKl 12. Man sieht unten zwei antithetische Stiere, darĂŒber die FĂŒĂŸe von zwei weiteren Tieren, möglicherweise Löwen. Auf dem aus zwei Blöcken bestehenden, gut erhaltenen Binder SKl 13 sind ĂŒbereinander fĂŒnf große und ein kleinerer Vogel abgebildet. Sie sind wahrscheinlich der Vogeljagdszene auf dem folgenden SKl 14 zuzuordnen. Dieses ist in zwei Bereiche geteilt, im oberen ist ein einfaches, unten rundes Boot abgebildet, in dem sich zwei nach links gewandte MĂ€nner befinden. Der vordere, stehende hĂ€lt ein FanggerĂ€t, vergleichbar dem in SKr 17 gezeigten LockvogelkĂ€fig. Der hintere sitzt und hĂ€lt ein Paddel. Unter dem Boot schwimmt ein nicht identifizierbarer Fisch mit zwei Flossen am RĂŒcken und zwei am Bauch. In der unteren Szene steht rechts ein Mann mit einem FanggerĂ€t in der Hand. Der Vergleich mit NKl 10 lĂ€sst auf einen NetzschlĂ€ger schließen. Das halbrunde GerĂ€t in der anderen Hand lĂ€sst sich nicht bestimmen. Er versucht, einen vor ihm stehenden Vogel zu fangen. Dieser hat einen großen Körper, lange Beine und einen geraden Schnabel. Nach Auskunft des Ornithologen Hans Deetjen könnte es sich, wie bei den Vögeln auf SKl 13, um einen Frankolin handeln.cite-ref-67[67]

Die auf der rechten Kammerseite folgenden drei Reliefsteine SKl 15 bis SKl 17 zeigen eine Prozession von vier Göttern der Felder und Fluren sowie zwei menschliche Gestalten. Auf dem ersten Bild steht rechts der nach links gewandte Gott, er hĂ€lt in der Linken einen Hasen an den HinterlĂ€ufen und in der Rechten einen Vogel. Er entspricht der Darstellung auf SVl 4. Vor ihm steht, ihn anblickend, eine kleinere Figur, die dementsprechend den Herrscher zeigen dĂŒrfte. Der Raupenhelm und der Speer in der Hand weisen ihn hier als HeerfĂŒhrer aus. Im nĂ€chsten Bild geht dem gleichartig gezeigten Gott eine kleine Gestalt voraus, möglicherweise ein Gehilfe. Das dritte Bild zeigt zwei dieser Götter, ebenfalls mit Hase und Vogel, die den Zug abschließen. Eine gleichartige Prozession von Feldgöttern ist auf einer Siegelabrollung aus KĂŒltepe zu sehen. Die Steine SKl 18 bis SKl 20 fehlen. Die Kammerseite wird abgeschlossen von dem stark fragmentierten Portallöwen SKl 21. Am Kopf sind alle ZĂ€hne einschließlich der ReißzĂ€hne erhalten, dazwischen hĂ€ngt die dreieckige Zunge aus dem aufgerissenen Rachen. Rechtwinklig dazu steht, entsprechend dem gegenĂŒberliegenden SKr 20, ein letzter Orthostat SKl 22. Von dem zweiseitig bearbeiteten Eckstein sind nur drei Fragmente vorhanden. Auf der Breitseite sind nur der Kopf und Teile der Schulter einer nach links gerichteten großen Figur zu erkennen, auf der Schmalseite Reste des Gesichts einer linksgewandten großen Gestalt.

Statue des Wettergottes

Etwa sechs Meter nordöstlich des SĂŒdtores im Innenraum der Festung steht die Statue des Wettergottes. Durch eine in den gewachsenen Felsen eingearbeitete Mulde ist der Platz als ursprĂŒnglicher Standort gesichert. Das ĂŒberlebensgroße Standbild steht auf einem Stiersockel von etwa 1,3 × 1,0 Metern und erreicht damit eine Höhe von ĂŒber drei Metern. Der Gott trĂ€gt ein knöchellanges Gewand mit Fransen am unteren Rand, darĂŒber ein eng um den Körper gewickeltes Tuch und auf dem Kopf eine Kappe mit hochgebundenen Ohrenklappen und einer Randborte. Die Arme sind angewinkelt, in den HĂ€nden hĂ€lt er zwei abgebrochene, nicht erkennbare GegenstĂ€nde. Das fehlende Gesicht wurde 1988 von Nezar Özatay nachmodelliert, einem Bildhauer und Restaurator des Zentrums fĂŒr Restaurierung und Konservierung der Generaldirektion fĂŒr AltertĂŒmer und Museen in Istanbul.

Der in die Bodenmulde eingelassene Stiersockel hat ein viereckiges Loch, in das der Zapfen der Statue eingepasst ist. An den Seiten sind im Relief zwei Stiere, die bekannten Attribute des Wettergottes, zu sehen, die Köpfe sind plastisch und stark verwittert. An der Frontseite werden sie von einem, ebenfalls im Relief gearbeiteten, Mann mit beiden Armen an den Köpfen gehalten. Sein Kopf fehlt.

Der gesamte Unterkörper der Figur sowie RĂŒcken und Seite des linken Tieres sind mit der phönizischen Inschrift PhSt/CV bedeckt. Laut deren Text handelt es sich bei der dargestellten Gottheit um BaÊżal-KRNTRYĆ .cite-ref-68[68]

Anordnung und Ikonografie der Bildwerke

Die grĂ¶ĂŸte Gruppe der Darstellungen nehmen die Götter ein, zu erkennen an ihrer die gesamte Reliefhöhe einnehmende GrĂ¶ĂŸe. Die Kennzeichnung durch Hörner, die sonst aus dem altorientalischen Bereich bekannt ist, ist hier nicht anzutreffen. Einige der Götter sind in der Inschrift namentlich genannt, es finden sich Götter des gesamten in Azatiwataya verehrten luwischen Pantheons. Dazu gehören Götter der Feldfluren, Götter der Jagd (möglicherweise der Herr des Bogens Jarri auf NVr 4, der mit Apollon in Verbindung gebracht wird) und ein Schutzgott der Viehherden, der ZiegentrĂ€ger auf NVr 11. Der höchste Gott im anatolischen Pantheon, der Wettergott Tarhunza oder TeĆĄĆĄub, ist möglicherweise der mĂ€nnliche Gott der Göttertrias auf NKr 11. Zur nĂ€chstgrĂ¶ĂŸten Gruppe der mythischen Wesen gehören der mehrfach dargestellte Bes, der vogelköpfige Genius auf NVr 9, Stiermenschen auf SVr 4 sowie die antithetischen Krieger und TĂ€nzer. Die Abbildung der Tötung des ážȘumbaba aus dem Gilgameschepos und die am Baum stehenden Ziegen mĂŒssen ebenfalls dieser Gruppe zugeordnet werden. Zu der Gruppe der Bilder aus dem Bereich der Sterblichen gehören Darstellungen der Herrscher, Opfer- und Festmahlszenen einschließlich Bildern von Musik und Tanz, Jagd- und Vogelfangszenen, Wagenszenen und schließlich Reliefs, die möglicherweise auf historische Begebenheiten Bezug nehmen, wie beispielsweise die Audienz von NKr 3 und die Schiffsszene NKr 19. Zu den Herrscherbildern muss festgestellt werden, dass wegen der fehlenden Beischriften keine der Figuren sicher mit einem bestimmten Regenten identifiziert werden kann.cite-ref-69[69]

Zahlreiche Teile der Reliefs fanden sich in situ, bei anderen konnte aufgrund von Stoßfugen und Sockeln die Aufstellung erschlossen werden. Aus der Anordnung lĂ€sst sich ein grobes inhaltliches Konzept erkennen, bei der die Welt der Götter und deren mythologisches Umfeld, jeweils auf der rechten Seite, den rituellen Handlungen der Sterblichen auf der linken Seite gegenĂŒbergestellt wird. Ob die Bildwerke zu Zwecken der Verehrung – der Götter oder der Herrscher – geschaffen wurden, oder um die Burg betretenden Fremde zu beeindrucken, oder mit anderen, unbekannten Zielen aufgestellt wurden, kann nur spekuliert werden. Lediglich bei einigen Figuren wie dem dreifach auftretenden Bes, dem geflĂŒgelten Genius NVr 9 oder den Portallöwen und den Sphingen kann man von einer Schutz- beziehungsweise WĂ€chterfunktion ausgehen.

Der Ursprung der Bildmotive findet sich vor allem im altanatolischen und mesopotamischen Raum, aber auch EinflĂŒsse aus dem phönizischen sowie dem westlichen, also griechischen und kretischen Kulturkreis sind zu erkennen.cite-ref-70[70]

Die Inschrift

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Bilingue von Karatepe

Azatiwada war ein von Awariku (Urikki), König von Qu'e und Adana in Kilikien und Vasall von Tiglat-Pileser III. (745 bis 726 v. Chr.), eingesetzter Herrscher, im phönizischen Text als abarakkucite-ref-72[72] bezeichnet, was Edward LipiƄski mit Wesir ĂŒbersetzt. Der Text ist ein autobiografischer Bericht ĂŒber seine Verdienste um das Reich von Adana, wo er der Inschrift zufolge die Nachkommen von Awariku inthronisiert hat. Er leitet im Text seine Abstammung vom Haus des Mukasa (Luwisch mu-ka-sa-sa-na DOMUS-ni-i,cite-ref-73[73] Phönizisch LBT MPĆ cite-ref-74[74]) her, was von einigen mit dem griechischen Seher MopĆĄos gleichgesetzt wird.cite-ref-75[75]

Auszug

„Ich bin Azatiwada, Wesir des Baal, Diener des Baal, den Awariku, König der Adanaer, groß gemacht hat. Baal machte mich den Adanaern zum Vater und zur Mutter. Ich ließ aufleben die Adanaer. Ich breitete das Land der Ebene von Adana aus vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang. Und in meinen Tagen hatten die Adanaer alles Gute und VorratsfĂŒlle und Wohlstand. Und ich fĂŒllte die Speicher von PaÊżr.cite-ref-76[76] Und ich fĂŒgte Pferd zu Pferd und Schild zu Schild und Heer zu Heer nach des Baal und der Götter Willen. Und ich zerstörte die RĂ€uberhöhlen und trieb jeden Bösewicht aus, der im Lande war [
].“

–

Azatiwada

:

Übersetzung des phönizischen Textes nach Edward LipiƄski

König Awariku ist der Urheber der 1997 gefundenen Bilingue von Çineköy, in der er seine Abstammung ebenfalls auf Mopsos zurĂŒckfĂŒhrt.

Neuere Deutung

Der Literaturwissenschaftler und Schriftsteller Raoul Schrott vertritt die umstrittene These, dass Homer als griechischer Schreiber in Diensten der Assyrer in Karatepe gelebt habe. In dessen Landschaftsbeschreibungen von Troja und der Troas sieht er deutliche Ähnlichkeiten mit der Umgebung des Karatepe. Er schließt, dass Homer den bekannten trojanischen Sagenkreis an die dortigen Gegebenheiten angepasst habe. Auch in den Reliefs der Toranlagen meint er zahlreiche Ereignisse und Personen der Ilias erkennen zu können.cite-ref-79[79] Von der Mehrheit der Wissenschaftler werden Schrotts Thesen abgelehnt.cite-ref-80[80]

Literatur

‱ Helmuth Theodor Bossert, Halet Çambel, Bahadır Alkım: Karatepe kazıları. (Birinci ön-rapor). = Die Ausgrabungen auf dem Karatepe. (Erster Vorbericht). (= TĂŒrk Tarih Kurumu yayınlarından. V. seri, 9, ZDB-ID 1179835-x). TĂŒrk Tarih Kurumu Basımevi, Ankara 1950.
‱ Paolo Matthiae: Studi sui rilievi di Karatepe. Centro di Studi Semitici, Rom 1963.
‱ François Bron: Recherches sur les inscriptions phĂ©niciennes de Karatepe. Droz, Genf 1979.
‱ Halet Çambel: Karatepe-AslantaƟ. The inscriptions. Facsimile edition. (= Corpus of hieroglyphic Luwian inscriptions Bd. 2) de Gruyter, Berlin 1999, ISBN 3-11-014870-6.
‱ John David Hawkins: Corpus of hieroglyphic Luwian inscriptions. Vol 1. Inscriptions of the Iron Age. Part 1: Text: Introduction, Karatepe, Karkamiơ, Tell Ahmar, MaraƟ, Malatya, Commagene. de Gruyter, Berlin 2000, ISBN 3-11-010864-X.
‱ Martina Sicker-Akman: Untersuchungen zur Architektur der spĂ€thethitischen Burganlage in Karatepe-Arslantaß. In: Istanbuler Mitteilungen. 49, 2000, S. 529–541.
‱ Martina Sicker-Akman: Der FĂŒrstensitz der spĂ€thethitischen Burganlage Karatepe-Arslantaß. In: Istanbuler Mitteilungen. 50, 2001, S. 131–142.
‱ Halet Çambel, Aslı Özyar: Karatepe-Arslantaß. Azatiwataya. Die Bildwerke. Zabern, Mainz 2003, ISBN 3-8053-3085-5.
‱ Waltraud Sperlich: Die Hethiter. Das vergessene Volk. Thorbecke, Ostfildern 2003, ISBN 3-7995-7982-6.
‱ Mirko Novák, Andreas Fuchs: Azatiwada, Awariku from the "House of Mopses", and Assyria. On the Dating of Karatepe in Cilicia. in: A. Payne, Ơ. Velhartická, J. Wintjes (Hg.), Die Beyond all Boundaries. Anatolia in the First Millennium BC. OBO 295, S. 397–466. Peeters, Leuven 2021, ISBN 978-90-429-4884-6 (https://www.academia.edu/44251904/Azatiwada_Awariku_from_the_House_of_Mopsos_and_Assyria_On_the_dating_of_Karatepe_in_Cilicia).

Weblinks

Commons

: Karatepe

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

‱ Uni Karlsruhe
‱ hittitemonuments.com
‱ Provinz Osmaniye: Karatepe-Aslantaß Açık Hava MĂŒzesi (tĂŒrkisch)
‱ Halet Çambel

Einzelnachweise

cite-note-11. ↑ John David Hawkins: Corpus of hieroglyphic Luwian inscriptions. Vol 1. Inscriptions of the Iron Age. Part 1: Text: Introduction, Karatepe, Karkamiơ, Tell Ahmar, MaraƟ, Malatya, Commagene. de Gruyter, Berlin 2000, S. 53.
cite-note-22. ↑ UNESCO
cite-note-33. ↑ Çambel/Özyar S. 13.
cite-note-44. ↑ John David Hawkins: Corpus of hieroglyphic Luwian inscriptions. Vol 1. Inscriptions of the Iron Age. Part 1: Text: Introduction, Karatepe, Karkamiơ, Tell Ahmar, MaraƟ, Malatya, Commagene. de Gruyter, Berlin 2000, S. 42–44.
cite-note-55. ↑ Irene J. Winter: On the Problems of Karatepe: The Reliefs and Their Context, in: Anatolian Studies 29, 1979, S. 115–151 (hier 146 Anm. 138); J. David Hawkins: Some Historical Problems of the Hieroglyphic Luwian Inscriptions, in: Anatolian Studies 29, 1979, S. 153–167 (hier 156); ders.: Corpus of hieroglyphic Luwian inscriptions. Vol 1. Inscriptions of the Iron Age. Part 1: Text: Introduction, Karatepe, Karkamiơ, Tell Ahmar, MaraƟ, Malatya, Commagene. de Gruyter, Berlin 2000, S. 45.
cite-note-burney-66. ↑ Charles Allen Burney: Karatepe In: Historical dictionary of the Hittites. Scarecrow Press, 2004, ISBN 978-0-8108-4936-5, S. 146–148.
cite-note-winter-77. ↑ Irene Winter: On the Problems of Karatepe: The Reliefs and their Context In: On Art in the Ancient Near East of the First Millennium B.C.E. Brill, Leiden 2009, ISBN 978-90-04-17237-1, S. 467–524.
cite-note-88. ↑ Çambel/Özyar S. 141–144
cite-note-99. ↑ Mirko Novák, Andreas Fuchs: Azatiwada, Awariku from the "House of Mopses", and Assyria. On the Dating of karate in Cilicia. In: Annick Payne, Ơarka Velhartická, Dorit Winters (Hrsg.): Beyond all Boundaries. Anatolia in the First Millennium BC. Orbis Biblicus et Orientalis, Nr. 295. Peeters, Leuven 2021, ISBN 978-90-429-4884-6, S. 397–475.
cite-note-1010. ↑ Martina Sicker-Akman: Untersuchungen zur Architektur der spĂ€thethitischen Burganlage in Karatepe-Arslantaß. In: Istanbuler Mitteilungen 49, 2000, S. 529–541; Martina Sicker-Akman: Der FĂŒrstensitz der spĂ€thiethitischen Burganlage Karatepe-Arslantaß. In: Istanbuler Mitteilungen 50, 2001, S. 131–142; Çambel/Özyar S. 1–6.
cite-note-1111. ↑ Çambel/Özyar S. IX Anm.
cite-note-1212. ↑ Adana MĂŒze MĂŒdĂŒrlĂŒÄŸĂŒ (tĂŒrkisch)
cite-note-sicker-akman49-1313. ↑ Martina Sicker-Akman: Untersuchungen zur Architektur der spĂ€thethitischen Burganlage in Karatepe-Arslantaß. In: Istanbuler Mitteilungen. 49, 2000, S. 529–541.
cite-note-sicker-akman50-1414. ↑ Martina Sicker-Akman: Der FĂŒrstensitz der spĂ€thiethitischen Burganlage Karatepe-Arslantaß. In: Istanbuler Mitteilungen. 50, 2001, S. 131–142.
cite-note-1515. ↑ Çambel/Özyar S. 15.
cite-note-1616. ↑ Wenn nicht anders erwĂ€hnt, folgen die Beschreibungen der Einzelreliefs Halet Çambel, Aslı Özyar: Karatepe-Arslantaß. Azatiwataya. Die Bildwerke. Zabern, Mainz 2003, S. 57–115.
cite-note-1717. ↑ JĂŒrgen Seeher: Götter in Stein gehauen. Das hethitische Felsheiligtum von Yazılıkaya. Verlag Ege Yayınları, Istanbul 2011, ISBN 978-605-5607-53-1, S. 110–112.
cite-note-1818. ↑ Horst Ehringhaus: Götter, Herrscher, Inschriften. Die Felsreliefs der hethitischen Großreichszeit in der TĂŒrkei. von Zabern, Mainz 2005, ISBN 3-8053-3469-9, S. 51.
cite-note-1919. ↑ JĂŒrgen Seeher: Götter in Stein gehauen. Das hethitische Felsheiligtum von Yazılıkaya. Verlag Ege Yayınları, Istanbul 2011, ISBN 978-605-5607-53-1, S. 116.
cite-note-2020. ↑ Ulf Jantzen: Ägyptische und orientalische Bronzen aus dem Heraion von Samos. (Samos Bd. 6), Habelt, Bonn 1972, S. 58.
cite-note-2121. ↑ Basalt-Relief aus Karkemisch (9. Jh. v. Chr.): Darstellung von Menschen mit Opfertieren auf den Schultern im Museum fĂŒr anatolische Zivilisationen
cite-note-2222. ↑ Çambel/Özyar S. 123 f.
cite-note-2323. ↑ JĂŒrgen Borchhardt: Homerische Helme. von Zabern, Mainz 1972 S. 97.
cite-note-2424. ↑ Kurt Bittel In: Historia. 7, 1964, S. 131.
cite-note-2525. ↑ Jacques Handschin: Musikgeschichte im Überblick. RĂ€ber, Luzern, 1948 S. 38.
cite-note-2626. ↑ Sheramy D. Bundrick: Music And Image In Classical Athens. Cambridge University Press, Cambridge 2005, ISBN 978-0-521-84806-0, S. 35.
cite-note-2727. ↑ Winfried Orthmann: Untersuchungen zur spĂ€thethitischen Kunst. Band 8 von SaarbrĂŒcker BeitrĂ€ge zur Altertumskunde. R. Habelt, 1971 S. 287 ff.
cite-note-2828. ↑ Volkert Haas, Heidemarie Koch: Religionen des Alten Orients. Band 1: Hethiter und Iran. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2011, ISBN 978-3-525-51695-9, S. 276.
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cite-note-3030. ↑ Alessandra Gilibert: Syro-hittite Monumental Art and the Archaeology of Performance. The Stone Reliefs at Carchemish and Zincirli in the Earlier First Millennium Bce. de Gruyter, Berlin 2011, ISBN 978-3-11-022225-8, S. 43.
cite-note-3131. ↑ F. S. Bodenheimer: Animal and man in Bible lands. Band 1. Brill, Leiden 1960 S. 160.
cite-note-3232. ↑ Silvia Schroer, Othmar Keel: Die Ikonographie PalĂ€stinas/Israels und der Alte Orient. Eine Religionsgeschichte in Bildern. Saint-Paul, 2005, ISBN 978-3-7278-1508-9, S. 300.
cite-note-3333. ↑ Orthostaten von Burgtor Zincirli. Zwei sich aufbĂ€umende Ziegen
cite-note-3434. ↑ Brigitte Musche: Vorderasiatischer Schmuck von den AnfĂ€ngen bis zur Zeit der Achaemeniden (ca. 10,000–330 v. Chr.). Brill, Leiden 1992, ISBN 978-90-04-09491-8, S. 226.
cite-note-3535. ↑ JĂŒrgen Seeher: Götter in Stein gehauen. Das hethitische Felsheiligtum von Yazılıkaya. Verlag Ege Yayınları, Istanbul 2011, ISBN 978-605-5607-53-1, S. 65–67.
cite-note-3636. ↑ Wolfgang Helck: Betrachtungen zur grossen Göttin und den ihr verbundenen Gottheiten. R. Oldenbourg, MĂŒnchen 1971, ISBN 978-3-486-43261-9, S. 101.
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cite-note-3838. ↑ Walter Burkert: Homo Necans. Interpretationen altgriechischer Opferriten und Mythen. de Gruyter, Berlin 1997, ISBN 978-3-11-015099-5, S. 186.
cite-note-3939. ↑ Lionel Casson: Ships and Seamanship in the Ancient World. JHU Press, Baltimore 1995, ISBN 978-0-8018-5130-8, S. 300–301.
cite-note-4040. ↑ Relief im Museum fĂŒr anatolische Zivilisationen Ankara
cite-note-4141. ↑ Machteld Mellink: Karatepe. More light on the dark ages. In: Bibliotheca Orientalis 7. 1950 S. 141–150.
cite-note-4242. ↑ J. C. FĂ©vrier: L’ancienne marine phĂ©nicienne et les dĂ©couvertes rĂ©centes. In: La Nouvelle Clio. 2, 1950, S. 128–143.
cite-note-4343. ↑ Lucien Basch: Phoenician Oard Ships. In: The Mariner’s Mirror. 55, 1969 S. 152
cite-note-4444. ↑ Lionel Casson: Ships and Seamanship in the Ancient World. JHU Press, Baltimore 1995, ISBN 978-0-8018-5130-8, S. 57.
cite-note-4545. ↑ George Fletcher Bass: A History of Seafaring Based on Underwater Archaeology. Book Club Associates, 1974, ISBN 978-0-86007-705-3, S. 55.
cite-note-4646. ↑ Çambel/Özyar S. 18.
cite-note-4747. ↑ Assyrisches Relief einer Löwenjagd
cite-note-4848. ↑ Winfried Orthmann: Untersuchungen zur spĂ€thethitischen Kunst. (SaarbrĂŒcker BeitrĂ€ge zur Altertumskunde Bd. 8). Habelt, Bonn 1971 Tafel 40 Relief Malatya A/7.
cite-note-4949. ↑ Szene vom Sphinxtor in Alaca HöyĂŒk auf hittitemonuments.com
cite-note-5050. ↑ Relief aus Domuztepe im Museum von Karatepe
cite-note-5151. ↑ Winfried Orthmann: Untersuchungen zur spĂ€thethitischen Kunst. Band 8 von SaarbrĂŒcker BeitrĂ€ge zur Altertumskunde. R. Habelt, 1971, S. 457.
cite-note-5252. ↑ Hildi Keel-Leu, Beatrice Teissier: Die vorderasiatischen Rollsiegel der Sammlungen „Bibel+ Orient“ der UniversitĂ€t Freiburg Schweiz. Saint-Paul, 2004, ISBN 978-3-7278-1471-6, S. 168.
cite-note-5353. ↑ Heinrich Otten: Die Bronzetafel aus Boğazköy: Ein Staatsvertrag Tutáž«alijas IV. Harrassowitz, Wiesbaden 1988, ISBN 978-3-447-02784-7, S. 15. bei Google Books
cite-note-5454. ↑ Çambel/Özyar S. 18.
cite-note-5555. ↑ Winfried Orthmann: Untersuchungen zur spĂ€thethitischen Kunst. (= SaarbrĂŒcker BeitrĂ€ge zur Altertumskunde Bd. 8). Habelt, Bonn 1971 Tafeln 63 b, c und 66 d.
cite-note-5656. ↑ Winfried Orthmann: Untersuchungen zur spĂ€thethitischen Kunst. (=SaarbrĂŒcker BeitrĂ€ge zur Altertumskunde Bd. 8). Habelt, Bonn 1971 S. 306–310.
cite-note-5757. ↑ H. G. GĂŒterbock, Timothy Kendall: A Hittite Siver Vessel in Form of a Fist In: Jane B. Carter, Sarah P. Morris (Hrsg.): The Ages of Homer. A Tribute to Emily Townsend Vermeule. University of Texas Press, Austin 1998 S. 45–60, Abb. 3.7, ISBN 978-0-292-71208-9, S. 52.
cite-note-5858. ↑ Winfried Orthmann: Untersuchungen zur spĂ€thethitischen Kunst. (SaarbrĂŒcker BeitrĂ€ge zur Altertumskunde Bd. 8). Habelt, Bonn 1971 S. 393–394. und Tafel 63 Zincirli F/5–F/8a
cite-note-5959. ↑ E. Gubel: Phoenician Furniture. A Typology Based on Iron Age Representations with Reference to the Iconographical Context. Peeters, Löwen 1987, ISBN 978-90-6831-110-5, S. 119.
cite-note-6060. ↑ İlhan Temizsoy, u. a.: Museum fĂŒr anatolische Zivilisationen. Ankara, ISBN 978-9757523031, S. 116–119.
cite-note-6161. ↑ Gudrun Selz: Die Bankettszene: Entwicklung eines â€žĂŒberzeitlichen“ Bildmotivs in Mesopotamien: von der frĂŒhdynastischen bis zur Akkad-Zeit. Steiner, Wiesbaden 1983, ISBN 978-3-515-04026-6, S. 463 ff.
cite-note-6262. ↑ Relief aus Kammer B in Yazılıkaya
cite-note-6363. ↑ Winfried Orthmann: Untersuchungen zur spĂ€thethitischen Kunst. (= SaarbrĂŒcker BeitrĂ€ge zur Altertumskunde Bd. 8). Habelt, Bonn 1971 Tafel 10a T. Halaf A3/176.
cite-note-6464. ↑ Winfried Orthmann: Untersuchungen zur spĂ€thethitischen Kunst. (= SaarbrĂŒcker BeitrĂ€ge zur Altertumskunde Bd. 8). Habelt, Bonn 1971 Tafel 28 Karkemis E/11
cite-note-6565. ↑ Winfried Orthmann: Untersuchungen zur spĂ€thethitischen Kunst. (=SaarbrĂŒcker BeitrĂ€ge zur Altertumskunde Bd. 8) Habelt, Bonn 1971 Tafel 38 Kemerhisar 1
cite-note-6666. ↑ Felsrelief von İvriz, rechts Warpalawa, links Tarhunza
cite-note-6767. ↑ Çambel/Özyar S. 108 Anm. 561.
cite-note-6868. ↑ Halet Çambel: Karatepe-AslantaƟ. The inscriptions. (= Corpus of Hieroglyphic Luwian Inscriptions Vol. 2 = Untersuchungen zur indogermanischen Sprach- und Kulturwissenschaft. NF 8, 2). Walter de Gruyter, Berlin / New York NY 1998, ISBN 3-11-014870-6, S. 65, bei Google Books
cite-note-6969. ↑ Çambel/Özyar S. 123–140
cite-note-7070. ↑ Çambel/Özyar S. 138–140
cite-note-711. John David Hawkins: Corpus of hieroglyphic Luwian inscriptions. Vol 1. Inscriptions of the Iron Age. Part 1: Text: Introduction, Karatepe, Karkamiơ, Tell Ahmar, MaraƟ, Malatya, Commagene. de Gruyter, Berlin 2000, S. 52.
cite-note-7272. ↑ Halet Çambel: Karatepe-AslantaƟ: The Inscriptions: Facsimile Edition. Walter de Gruyter, 1999 S. 51, ISBN 978-3-11-087975-9 bei Google Books
cite-note-7373. ↑ John David Hawkins: Corpus of hieroglyphic Luwian inscriptions. Vol 1. Inscriptions of the Iron Age. Part 1: Text: Introduction, Karatepe, Karkamiơ, Tell Ahmar, MaraƟ, Malatya, Commagene. de Gruyter, Berlin 2000, S. 51.
cite-note-7474. ↑ Halet Çambel: Karatepe-AslantaƟ. The inscriptions. (= Corpus of Hieroglyphic Luwian Inscriptions Vol. 2 = Untersuchungen zur indogermanischen Sprach- und Kulturwissenschaft. NF 8, 2). Walter de Gruyter, Berlin / New York NY 1998, ISBN 3-11-014870-6, S. 62, bei Google Books
cite-note-7575. ↑ Trevor Bryce: The Routledge Handbook of The People and Places of Ancient Western Asia: The Near East from the Early Bronze Age to the fall of the Persians Empire. Routledge, 2011, ISBN 978-1-134-15908-6, S. 372
cite-note-7676. ↑ Residenz der Könige von Qu’e und Adana.
cite-note-772. Walter Beyerlin (Hrsg.): Religionsgeschichtliches Textbuch zum Alten Testament (= Das Alte Testament deutsch. ErgÀnzungsreihe Bd. 1). 2., durchgesehene Auflage. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1985, ISBN 3-525-51659-2, S. 258, bei Google Books ab S. 258.
cite-note-783. VollstĂ€ndige Übersetzung in der Google-Buchsuche
cite-note-7979. ↑ Raoul Schrott: „Adana: Homer hat endlich ein Zuhause – in der TĂŒrkei“, FAZ, 22. Dezember 2007
cite-note-8080. ↑ „Der Streit um Troja“, Deutschlandradio, 3. Januar 2008